52. Woche

Von Elke

Sonntag, 23. Dezember

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Außer dem Einpacken unserer Geschenke gibt’s heute nichts mehr zu tun, weshalb wir in Upper East Side fahren und von dort nach Midtown spazieren. Am Abend gönnen wir uns den ein oder anderen Weihnachtsfilm, die hier glücklicherweise zahlreich gezeigt werden.

Montag, 24. Dezember – Weihnachten
Der lang erwartete Tag: christmas day!

Am Morgen haben wir ein kleines Frühstück und kaufen anschließend frischen Lachs und jede Menge Taschentücher und Halstabletten ein. Später gehen wir zur Christvesper in der evangelisch-lutherischen Kirche “St. Pauls Church”. Die gotische Kirche ist – wie es sich für den Anlass geziemt – sehr gut gefüllt und Pfarrer Schmidt-Lange erfreut uns wieder einmal mit einer erquicklichen Predigt.

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Nachdem wir etwas für unser Seelenheil getan haben, verlangt auch der Körper sein Recht und so stillen wir unseren Durst in der Lolita – wo denn auch sonst! Heute hat Suzan Dienst und außer uns sind keine Gäste da. Doch halt, irgendwann traf auch noch Mark ein und gemeinsam stimmen wir uns auf die Feiertage ein. Obwohl wir uns heute durchaus ein Taxi hätten leisten können, spazieren wir zu Fuß nach Hause. Die Nacht ist so herrlich klar und es tut so gut, eine halbe Stunde “auszuluften”.

Wieder Daheim machen wir uns ans Kochen. Wir bereiten unser ganz spezielles Christmas Dinner, das bei uns seit Jahren Tradition hat: Lachsrisotto! Innerhalb kürzester Zeit ist es fertig und wir können bei weihnachtlicher Musik, perlendem Sekt unser sahniges Risotto genießen. Auch wenn uns die Weihnachtspäckchen aus Garmisch, München, Würzburg und Montréal nicht ganz rechtzeitig erreicht hatten, so haben wir uns doch gegenseitig einiges eingepackt, weshalb es dann auch nach dem Glockenläuten einiges auszupacken und zu bestaunen gibt.

Mittwoch, 26. Dezember
Nach neun Monaten New York City wird es einmal Zeit, diese Stadt auf der anderen Seite des Hudsons zu besuchen und so besteigen wir eine der am Battery Park unten abfahrenden Fähren und fahren nach New Jersay. Besser gesagt nach Hoboken. Dort erwartet uns eine recht überraschend hübsch gestaltete Hauptstraße mit vielen kleinen Geschäften and that’s pretty much it! Deshalb fahren wir auch recht bald wieder zurück, zurück jedoch mit dem Zug.

Wir beschließen mal wieder ins Kino zu gehen, und nachdem wir bis zum Beginn der Vorstellung noch recht viel Zeit haben, gehen wir in dem benachbarten Irish Pub noch ein Bier trinken. Dieses irische Lokal ist das bisher schönste Irish Pub, das wir besucht haben. Und wir kennen mittlerweile einige. Der Film, den wir uns dann anschauen ist “Majestic”, der hier von der Presse ziemlich hoch gelobt wird. Zu Unrecht, wie wir schließlich feststellen müssen. Wir wollen nichts verraten, doch die unlogische, schlecht ausgearbeitete Story versteht es nicht zu fesseln. Wenngleich Jim Carrey wieder einmal großartig ist!

Donnerstag, 27. Dezember

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Den Sommer über haben wir die Stadt erkundet, weshalb jetzt die Museen angesagt sind. Den Anfang macht heute das “Museum of Natural History”, das sich in der Upper West Side am Central Park befindet. In dem riesigen Naturkundemuseum gibt es unglaublich viel zu sehen und eines der interessantesten Exponate dürfte wohl die Replik eines Blauwals sein. Eines weiblichen Blauwals, da die noch größer als die männlichen Vertreter werden. In der Halle, die Frau Blauwal durchpflügt, sind Nachbauten von Hai-Skeletten und anderer Meeresbewohner dargestellt. Man kann noch soviele Naturfilme sehen oder über Meeresbewohner lesen doch wer ihnen nicht zufällig beim Tauchen begegnet ist, kann sich diese gigantischen Größenverhältnisse schlichtweg nicht vorstellen. Tipp: bei einem (längeren) Besuch in New York unbedingt anschauen! Und für Fans von Dinosauriern gibt’s jede Menge echte(!) Skelette.

Freitag, 28. Dezember
Die Fortsetzung unserer Reihe der Museumsbesuche bildet eine Ausstellung der Asian Society: “Monks and Merchants”. Gezeigt werden Statuen, Schmuckstücke, Stoffe, Kochgeschirr und Münzen, die entlang der Seidenstraße gefunden wurden, bzw. dort einst gehandelt wurden.

Samstag, 29. Dezember
Bei so viel geistiger Bildung steht uns der Sinn heute nach anderer Vergnügung und so lösen wir nach einem Spaziergang am Southstreet Seaport unseren gewonnen Gutschein im “Paris Café” ein. Wir hatten nicht gedacht, dass wir dort einen ganzen Abend inmitten einer Surprise Party verbringen würde, doch war das Lokal gar zu schön geschmückt, die Musik zu mitreißend, die Barsnacks zu lecker und die Stimmung großartig. Und irgendwie war unser eigentlich nur 20-Dollar-Gutschein dann doch 40 Dollar wert…

51. Woche

Von Elke

Dienstag, 18. Dezember

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Passend zur Weihnachtsfeier in unserer geliebten Lolita Bar, ziehen wir zuvor noch los und erstehen einen 6ft hohen Christmastree samt Ständer und Plastiktüte zum späteren Entsorgen. Noch nie haben wir unseren Baum vor dem 23. Dezember geschmückt, doch in New York ist sowieso alles anders. Also steht unser Baum heute schon.

Mittwoch, 19. Dezember
Bereits einen Tag später kommen auch schon zwei Freunde in den Genuss des Weihnachtsbaumes und eines neuen Gerichts. Demnächst in der “Kitchen” zu lesen.

Freitag, 21. Dezember

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Und heute lädt Daisy zu sich ein und offeriert uns verschiedene bengalische Speisen, die sie der Einfachheit halber fertig geordert hat. Lecker und lustig war’s – ein rundum vergnüglicher Abend!

Samstag, 22. Dezember
Da Oliver im Gegensatz zu mir bisher wenig Zeit zum Shoppen hatte, zieht er heute los und wir treffen uns dann “in der Stadt”. Gemeinsam bestaunen wir die Laser-Show in der Grand Central, spazieren ein wenig auf der weihnachtlich geschmückten Fifth entlang und kehren schließlich in unserem favorisierten Midtown-Spot, der Irish Bar “Conolly’s” ein. Auch dort herrscht festliche Stimmung, wo wir einen fantastischen Abend verbringen.

Unser Ausblick
Tag und Nacht wird auf “Ground Zero” geschuftet. Während Flutlicht nachts die Site erleuchtet, graben Bagger tiefe Löcher und Lastwagen karren alles weg. Presslufthämmer reißen den Broadway und die Park Row auf. Tagsüber überdeckt der Straßenlärm den Lärm der Aufräumungsarbeiten und das Tageslicht schwächt die noch immer strahlenden Scheinwerfer ab. Einen zweidimensionalen, geruchs- und geräuschlosen Einblick liefert nebenstehendes Foto.

50. Woche

Von Elke

Sonntag, 9. Dezember

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Unsere Wohnung ist bereits sehr weihnachtlich geschmückt, doch fehlt neben dem Christbaum noch eines: Plätzchen! Die Teige habe ich schon vorbereitet und so können Oliver und ich loslegen. Wir backen Butterplätzchen, um unsere schönen Ausstechförmchen zum Einsatz zu bringen.

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Und Schwarz-Weiß-Gebäck, dessen Teig, ohne Eier, ziemlich fiese zum Ausrollen aus. Da jedoch Oliver glücklicherweise auf eine langjährige Back-Erfahrung mit seiner Oma zurückblicken kann, sehen diese Plätzchen zum ersten Mal richtig gut aus.

Donnerstag 13. Dezember
Immer nur New York? Das kann auf die Dauer langweilig werden. Und so begibt sich Oliver auf einen Business-Trip nach Iowa. Das ist der Bundesstaat der zwischen Illinois sowie Nebraska und South Dakota liegt. Wir haben Glück, und können mit unseren Verizon und Sprint Mobiltelefonen zeitweise eine Verbindung herstellen, was durchaus nicht selbstverständlich war.

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Während also Oliver tapfer wieder einen Flieger besteigt, begebe ich mich mit Doris in virtuelle Welten und besuche die Internet World. Die Messe wurde aus bekanntem Anlass vom Herbst auf diesen eher ungünstigen Zeitpunkt verschoben. Entsprechend ist die Stimmung: sehr verhalten! Da der Messebesuch jedoch kostenlos war, hat er sich gelohnt und da wir ja nicht extra anreisen mussten…

Freitag 14. Dezember
Auf diesen Tag hatten wir uns lange gefreut, doch hat schließlich nur eine etwas davon. Es kann nämlich nur ich der Weihnachtsfeier von Olivers Firma beiwohnen. Während ich es mir also bei “Campari Soda”, kleinen Häppchen aus aller Welt und inspirierenden Gesprächen in der “Divine Bar” gut gehen lasse, muss Oliver bei einer halben Coke Light im Flugzeug schmachten. Doch sind wir beide überglücklich, als er schließlich noch vor Mitternacht zu Hause ankommt und wir noch gemeinsam auf einen Drink losziehen können…

Übrigens:

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Irgendwann dieser Tage wurden auch endlich unsere Fenster gewaschen. Ja, richtig gelesen, nicht “geputzt”, sondern “gewaschen”. Stockwerk für Stockwerk und Fenster für Fenster lassen sich die Fensterputzer vom 26. Stockwerk hinunter und spritzen die Fassade, Fensterbretter und Fassade ab. Getrocknet wird das Glas jedoch wieder ganz “klassisch” mit einem Scheibenwischer. Weil wir über den strahlenden Glanz sehr froh sind, und die Aktion auch ein gutes Foto abgab, sollte sie nicht unerwähnt bleiben!

Zurück

Und noch was

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Um bei dem schönen Bild mit der amerikanischen Flagge zu bleiben, darf ja eines garantiert nicht fehlen! Unsere Startseite wird über die Weihnachtsfeiertage der mit großen NYSE-Kugeln geschmückte Weihnachtsbaum in der Broad Street, Ecke Wallstreet zieren.

Doch beschränkt sich die New Yorker Börse natürlich nicht darauf, lediglich einen prächtig gewachsenen und geschmückten Baum zu präsentieren, sondern schmückt sich auch gleich noch selbst. So umspannen die Säulen der Börsenfassaden Lichterketten, die abends in den bekannten Farben “red, white and blue” strahlen und rufen: “I LOVE NY!”

49. Woche

Von Elke

Advent in New York

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Da auch für Oliver und mich die Uhren in der Vor-Weihnachtszeit ein wenig langsamer laufen, gibt es gar nicht so viel wie sonst zu erzählen. Stattdessen möchten wir an dieser Stelle eines unserer Lieblingslieder zitieren, um auf Weihnachten einzustimmen.

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Zwar haben wir den “Christmas Song” auf der Christmas Party des Southstreet Seaport Museums nicht gesungen, doch war die Veranstaltung wunderschön. Nicht zuletzt deshalb, weil wir bei der Verlosung, dem “Raffle”, gleich ZWEI Preise gewonnen hatten: zuerst ich einen Gutschein für ein Café nahe des Seaport und gleich darauf Oliver einen für ein erlesenes Porzellan-Tee-Geschäft gewonnen. Wir haben uns über unsere beiden Gewinne sehr gefreut und werden sie demnächst auch einlösen. Doch bestand die Mitgliederweihnachtsfeier nicht nur aus der Verlosung, sondern es gab auch einen echten Nikolaus, Musikanten, einen schlohweißen, Reden haltenden Direktor, Glühwein(!) leckeren Käse und viele Plätzchen.

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Zum Abschluss der Feier haben alle eine Kerze bekommen und gemeinsam sind wir zum Hafen prozessiert. Dort sangen wir dann gemeinsam einige “Christmas Carols” und die beiden Museumsschiffe erstrahlten in festlichem Glanz. Doch war das noch nicht alles: die Masten zieren nun zur Adventszeit leuchtende Weihnachtsbäume.

Christmas Song
Chestnuts roasting on an open fire

Jack Frost nipping at your nose

Yuletide carols being sung by a choir

And folks dressed up like eskimos

Everybody knows a turkey and some mistletoe

Help to make the season bright

Tiny tots with their eyes all aglow

Will find it hard to sleep tonight

They know that Santa’s on his way

He’s bringing lots of toys and goodies on his sleigh

And every mother’s child is gonna spy

To see if reindeer really know hot to fly

And so I’m offering this simple wish

To kids from one to ninety-two

Although it’s been said many times, many ways,

Merry Christmas to you.

Und das Ganze bitte von Alexander O’Neal gesungen – seeeeehr relaxed!

48. Woche

Von Elke

Sonntag 25. November

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Zuhause rumsitzen ist keine Option, wenn draußen die Sonne lacht, also spazieren wir den Broadway zum Battery Park hinunter, schauen den Möwen bei ihrem Spiel mit den Touristen zu. Kaufen weder eine Baseballkape, noch ein T-Shirt geschweige denn eine gefälschte Markenbrille oder Armanduhr, die hier von so vielen fliegenden “Händlern” mit Aktenkoffer angeboten werden. Wir setzen unseren Weg unbeirrt am Hudson River entlang fort, drehen eine große Runde und verlassen schließlich die West Side um an der East Side zur Mall des South Street Seaport zu kommen. Und hier gibt ein Chor zum Auftakt der Holiday Season sein weihnachtliches Repertoire zum Besten. Überall schießen Weihnachtsbäume wie Pilze aus dem Boden, und so hat auch Pier 17 seinen eigenen, reich geschmückten Baum.

Wir schlendern durch die Geschäfte, holen uns im Christmas Shop Anregungen, genehmigen uns eine Halbe im McMMMM, laufen bei ströhmenden Regen schnell nach Hause, um die erstmalige Ausstrahlung von “Phantom Menace” nicht zu verpassen. Ja, richtig! Heute hat es seit Wochen mal wieder geregnet.

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Die Woche vergeht mit Arbeiten, Adventsvorbereitungen, Enttäuschungen, große Freuden – das Übliche halt!? Ach ja, unser Ausblick verändert sich täglich…

Freitag 30. November
Um das Wochenende schwungvoll einzuläuten, machen wir uns mal wieder in die Bronx auf, in den Zoo, der zu dieser Jahreszeit festlich geschmückt ist. Das vor fünf Jahren erstmals durchgeführte Projekt hat sich bewährt und findet wieder statt: Bis Mitte Januar laden die Tiere nicht nur tagsüber ein, sondern auch abends. Allerdings gibt’s abends weniger Lebendiges als Leuchtendes zu sehen. Überall glitzert und glimmert es, da kreuzen Schlangen den Weg, hüpfen Frösche zur nächsten Seerose, stehen Flamingos auf einem Bein, heulen Wölfe, fangen Chamäleons Fliegen, schnattern Pelikane und aus den Lautsprechern überall ertönen festliche Klänge. Der viele Lichterschmuck verzaubert und stimmt auf die Festtage ein. Was für ein geschicktes Management! Der übliche Zoo-Besuch kostet etwa $6 und der Abendbesuch kostet noch mal $8. Für Mitglieder ist war der Besuch an eben jenem lauem Frühlings-Wochenende gratis und hat sich mit Sicherheit gelohnt!

Zurück in Manhattan hört das Glitzern nicht auf, da nicht allein der Baum vorm Rockefeller Center in “paint the city red, white and blue” geschmückt ist, sondern gleich ganze Straßenzüge. Die Fifth Avenue samt Seitenstraßen ist mit Lichtgirlanden übersäht. Ganz zu schweigen von den jeweiligen Geschäften, der Fassaden und Auslagen. Dem Auge wird schwindlig bei soviel Lichterglanz und Pracht. Jetzt erst verstehen wir, was mit “Holiday Season in New York” gemeint ist. Das kennen wir aus Deutschland nicht. Zurückblicken kommt uns da München wie ein Entwicklungsland vor. Eine Weihnachts-Entwicklungs-Stadt auf alle Fälle! Also genießen wir es, dass wir HIER sind…