The Boy from Oz – Starring Hugh Jackman

Premiere am 16. Oktober 2003

von Elke, 19.10.03

Erkältung im Hochsommer. Eine bei der die Nase nicht läuft, sondern grässlich verstopft ist, und man Lust auf gar Nichts hat und sich nicht vorstellen kann, sich jemals wieder gut zu fühlen. An diesem vergrippten Tag, verließ ich meinen Job bereits am frühen Nachmittag, um mich Zuhause zu erholen. Und wobei kann ich mich am Besten entspannen? Bei einer romantischen Komödie! Welch ein Glück dass unser werbefreier Premium-Channel gerade eine bot und so sah ich mir die im Winter noch verschmähte Schnulze mit dem attraktiven Hauptdarsteller an.

Zugegebenermaßen gefällt er mir ja bereits einige Jahre, doch hatte ich bisher noch keinen Film mit ihm gesehen, sondern nur Zeitungsausschnitte gesammelt. Und heute halte ich ein persönliches Autogramm in Händen. Doch ich greife vor. An jenem Augusttag also schaute ich mir “Kate & Leopold” an und habe den Film seitdem noch ein paar Mal gesehen. Auf der Suche nach Fan-Sites und Messageboards stieß ich auf eine wertvolle Information: Hugh Jackmann spielt am Broadway! Hugh Jackman ist The Boy from Oz.

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Erzählt wird die Lebensgeschichte des australischen Entertainers Peter Allen, der aus seinem kleinen Dorf in die große Welt aufbrach, um Judy Garland kennenzulernen und ihre Tochter Liza Minelli zu heiraten. Mittlerweile reifte er zum Star, dessen Kompositionen auch von anderen Künstlern interpretiert wurden. War er in nun beruflich erfolgreich, so musst er sich doch eingestehen, sich zu Männern hingezogen zu fühlen. Er fand einen Lebenspartner, der für ihn auch in beruflicher Hinsicht bedeutsam wurde. Leider hält Glück nicht ewig und sein Partner stirbt an AIDS, dieselbe Krankheit die auch Peter ein paar Jahre für immer von der Bühne des Lebens holt. Das Musical zu dieser Lebensgeschichte feierte am Donnerstag, den 16. Oktober im Imperial Theater am Broadway Premiere.

Und The Boy from Oz mit Hugh Jackman in der Titelrolle habe ich gestern gesehen. Das Publikum reichte von jung bis alt, hetero- und homosexuellen Paaren, Hugh Jackman und Peter Allen Fans. Alle waren für einen Samstagabend-Event festlich gekleidet und verließen das Theater bester Stimmung. Die negativen Kritiken in den Zeitungen, allen voran die New York Times, stießen auf Unverständnis. Die Zuschauer johlten, freuten sich und drückten ihre positive Stimmung mit Bravo-Rufen aus. Es gab zwei Standing Ovations, einmal zur Ehrung Peter Allens, und dann am Ende der Show für Hugh Jackman, der uneingeschränkt der Star des Stücks ist. Er schafft es mit seinem unverschämten Strahlen, gekonntem Hüftschwung, ausdrucksstarker Gesangsstimme, Bühnenpräsenz und Talent die zusehenden Menschen in seinen Bann zu ziehen. Und als der letzte Vorhang fällt, versammeln sich alle, die noch einen persönlicheren Blick erhaschen wollen, vor dem Bühneneingang.

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Vor der Stage Door wartet ein dicker SUV mit getönten Scheiben. Der kurze Weg zwischen Türe und Auto ist mit jeweils drei Absperrgittern gesichert, hinter denen sich Fans mit Programmheften und Stiften bewaffnet tummeln. Wir warten weniger als 30 Minuten in der angenehm warmen Oktobernacht und endlich geht die Tür erneut auf und es erscheint nicht irgendwer aus dem Enseble, sondern ER.

Hugh strahlt und lacht in die Menge, lässt sich fotografieren und von den Blitzlichtern nicht irritieren, sondern unterschreibt geduldig all die Playbills, die ihm unter die Nase gehalten werden. Zuerst kommt die Reihe links vom Eingang dran und nach etwa 15 Unterschriften wendet er sich den rechts stehenden zu. Ich drücke Oliver mein zartes Abendhandtäschchen samt meiner Playbills in die Hand und stürze mich mit einem Magazin mit Hugh auf dem Cover in die Menge. Mein Herz klopft und bleibt plötzlich beinahe stehen, als er dann vor mir steht. Er schaut mich an, wird ganz ernst, zögert, unterschreibt das Magazin und reicht es mir wieder und schaut mir dabei ganz tief in die Augen. Noch zwei weitere Unterschriften und dann ist er auch schon im Inneren des schwarzen Wagens verschwunden. Ich winke ihm nach und bin seelig.