Rückblick auf das Jahr 2003

von Elke, 31.12.2003 – 1.1.2004

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Die 365 Tage des Jahres lassen sich auf ein einziges Wort reduzieren: prallgefüllt! Wenn das kommende Jahr annähernd so viele großartige Überraschungen für uns parat hält, dann fehlt es mir an nichts. Klar habe ich ein paar Wünsche und das ist auch gut so, denn nur mit klaren Zielen bewegen wir uns vorwärts und “wunschlos glücklich” zu sein, macht träge. Und so schaue ich mit einem Blick zurück nach vorne!

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Im Jahr, das heute zu Ende geht, hatten sich einige liebe Menschen aufgemacht, um uns und New York (da brauchen wir uns nichts vormachen!) zu besuchen. Den Anfang machten Eve und Edel aus Düsseldorf im bitterkalten Januar. Die beiden ließen sich aber trotzdem die Laune nicht verderben und durchstreiften bei Minusgraden die Stadt. Weitaus angenehmer hatten es da Natascha und Sascha im Juni, die gleichfalls aus Düsseldorf stammen. – Wo bleiben nur die MünchnerInnen?! – Die schönste Reisezeit, den Herbst, hat sich Gudrun, Olivers Mom ausgesucht. Die gemeinsamen Tage waren vollgepackt mit Erlebnissen.

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Nicht weniger lebhaft war die Zeit, die wir mit Wolfgang, Olivers Dad, und Uli im Oktober verbrachten. Die beiden kamen flugs unter anderem zu unserer (Geburtstags)-Party angeflogen und testeten das Downtown Holiday Inn. Sogar aus der Schweiz kamen Gäste angereist: Sean aus Basel hängte an seinen New York Besuch im gemieteten Apartment, noch zwei Tage bei uns dran. Prima! Damit uns nicht langweilig wird, bekamen wir erneut Besuch, diesmal von Sabine und Jürgen aus Düsseldorf. Iwo! Aus Weil der Stadt, aber Sabine kommt von irgendwo “da oben”. Ende Oktober lernten wir Janet mit ihrer Tochter Hayley aus San Diego kennen, und haben schon ein Urlaubsziel fuer 2004…

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Und Anfang November logierten auch Sonja und Markus für eine Nacht bei uns, die anderen hingegen in New Jersey, bei Markus Bruder. Okay, New Jersey freut sich sicherlich mehr über Gäste, als das Touristenverwöhnte New York. Übrigens sind diesen Dezember erstmalig wieder so viele Touristen wie noch nie zuvor in der Stadt.

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Und da so viele Menschen nicht nur Oliver und mich, sondern Manhattan besuchen, machten wir uns auf, um gleichfalls andere Orte zu besuchen. Den Auftakt machten wir mit Long Island. Nicht wirklich weit weg, gerade mal drei Stunden von der Penn Station entfernt, aber wunderschön am tosenden Atlantik gelegen. Im ziemlich verregneten Frühjahr und Frühsommer, waren uns vier relativ sonnige Tage vergönnt. An Olivers Geburtstag goss es zwar in Strömen, aber das tag unserer guten Laune keinen Abbruch. Montauk – wir kommen ganz sicher wieder!

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Der nächste Tripp war nun mein Geburtstagswunsch: Herbstfärbung in den Catskills! Mit den bunt gefärbten Blättern wurde es zwar nichts, da es dafür einmal wieder regnete, was die Blätter am gelb und rot werden hinderte, aber die Catskills sind sowieso mehr als nur eine Reise wert und von New York bequem in 2 Stunden mit dem (Leih)-Auto erreichbar. (Foto: das Luxus-Resort Mohonk). Anfang November stand Ken’s Einweihungsparty an, und so reisten wir per Zug nach Richmond, Virginia. Es galt einen neuen Staat und einen wunderschönen Südstaatenort zu entdecken.

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Nach zuviel Regen stand uns nun wirklich der Sinn nach Sonne und Sonne satt fanden wir auf Barbados. Acht sonnige Tage lang, sagten wir dem hektischen Treiben in New York Ade und machten es uns unter Palmen am weißen Sandstrand gemütlich. Die Vorsaison Mitte November ist für einen Karabikurlaub perfekt! Bei der Wiedereinreise in New York musste ich mich auch nicht mehr bei der Schlange für die Nicht-AmerikanerInnen anstellen, sondern konnte lässig mit meiner Green Card, die ich seit Januar 2003 endlich besitze, zurückkehren.

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Einen kleinen Ausflug unternahmen wir zu Susanne und Ulf, die uns zum Thanksgiving Turkey einluden. Da es wenig Spaß macht, nach Mitternacht von Scarsdale wieder nach Manhattan zu fahren, durften wir über Nacht bleiben.
(Foto made by Caroline W.)

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Um dieses fantastischen Jahr noch würdig abzuschließen, mieteten wir uns am zweiten Weihnachtsfeiertag ein Auto und verließen den Staat New York, um den Nachbarstaat Connecticut zu erkunden. Immer auf dem Highway 95 entlang, bis wir in Mystic angekommen waren. Dort wechselten wir auf den Highway Number One der bis runter nach Florida in die Keys reicht. Doch so weit wollten wir gar nicht, und ließen uns im Mystic Seaport in das 17. Jahrhundert versetzen. Unser spontan gemietetes Zimmer hätte nicht besser sein können: Kaminfeuer, Jacucci, Himmelbett… Zu Abend aßen wir im durch den gleichnamigen Film berühmt gewordenen Mystic Pizza .

Doch saßen wir nicht nur mit FreundInnen beisammen und ratschen die Abende hinweg, oder travelten sondern liessen uns 2003 auch gern vor grosser Leinwand (sprich Kino) unterhalten, mal besser, mal schlechter: Lord of the Rings II, Gangs of New York, Chicago, Catch me if You Can, Down with Love, Godfather II, Bend it Like Beckham, The Matrix Reloaded, Godfellas, Pirates of the Caribean, Freakey Friday, Whale Rider, Matrix Revolution, Lost in Translation, Master and Commander, Shattered Glass, Someone’s Gotta Give, The Last Samurai, Love Actually, Cold Mountain.

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Die beiden DiCaprio-Filme sowie LOTR liefen bereits 2002, ich schaute sie mir aber im ersten Fall noch (mehr) mals 2003 an und zu LOTR 2 ströhmten wir nicht schon gleich des Nachts hinein, ebensowenig dieses Jahr. Das Ende der Triologie werden wir wohl erst irgendwann 2004 sehen. Dass “Gangs of New York” für 10 Oscars nominiert worden war, doch am Ende leer ausging, tut mir noch immer leid. Jetzt erst recht, nachdem ich die Epen von Zwick und Minghella gesehen habe, die beide zur selben Zeit wie Gangs spielen, und Scorsese nicht das Wasser reichen können. Am 4. Dezember 2004 wird “The Aviator” anlaufen, Scorseses nächster Versuch den längst überfälligen Oscar einzustreichen. (Foto: ohne Bezug zum Text, aber schön! Aussicht vom Empire State Building vom September 2003.)

Wie es bei der am 29. Februar 2004 stattfindenden Oscar-Verleihung aussehen wird? Olivers und mein persönlicher Favorit ist: Lost in Translation. Sophia Coppola holte das Beste aus Bill Murrey raus und führt uns mit wunderschönen Bildern und ziemlich Komik durch Tokyo. Der Film ist, obwohl keine romantische Komödie, ein “Feel Good Movie”. Den Oscar für die beste männliche Hauptrolle würde ich an Bill Murrey (Lost in Translation) oder Russel Crowe geben. Der des Regisseurs ginge bei mir an Peter Weir (Master and Commander) oder warum nicht endlich mal an einen weiblichen Director? And the Oscar goes to: Sophia Coppola! Die beste weibliche Hauptrolle geht an Diane Keaton (Someone’s Gotta Give) oder Jamie Lee Curtis (Freaky Friday). Bester männlicher Supporting Actor an Ken Watanabe (Last Samurai) oder Peter Saarsgard (Shattered Glass). Bester weiblicher Supporting Actor geht an Renee Zellweger (Cold Mountain), sie ist gleichfalls längst überfällig und im Hause Nominikat-Bouchard laufen die Wetten, welcher der favorisierten Superstars zuerst mit einem Oscar heimgeht. Bisher ist’s noch unentschieden und Golden Globes zählen nicht (“tongue in cheek” in Richtung Oliver…). Im Übrigen gefiehl mir “Matrix Reloaded” im Gegensatz zu vielen anderen Menschen sehr gut (schaute ihn mir zweimal im Kino an), dafür der finale Teil weniger. Neben “Lost in Translation” waren die persönlichen Entdeckungen, sowie der britische Film “Bend it Like Beckham” und der neuseeländische “Wale Rider” – beides gleichsam Filme von Regisseurinnen. Women rule!

Doch noch wichtiger als Bild und Ton war uns dieses Jahr Musik! Es ging sehr verhalten los, und tat sich in der ersten Jahreshälfte nicht viel, doch dann reihte sich ein Konzertbesuch an den nächsten: Incubus in der Knitting Factory, Björk im Keyspan Stadium in Brooklyn, Psychedelic Furs in der Town Hall, Goldfrapp im Irving Plaza, Radiohead im Madison Square Garden, Billy Talent, Story of the Year und Jet im Irving Plaza, Placebo in der Webster Hall. Meine persönlichen Favoriten von 2003 – Persönliche “Neuentdeckung”: Incubus. Beste Platte sprich CD des Jahres: Radiohead. Beste Single des Jahres: “Just Because” von Jane’s Addiction.

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Eine andere Entdeckung von mir: das Musical! Gefallen mir Musical-Filme wie “Moulin Rouge”, “Singing in the Rain” oder “A Chorus Line” schon lange. So haben wir bisher um den Broadway (Höhe 42nd Street) aus unerfindlichen Gründen (okay, sie waren monitärer Natur) einen großen Bogen gemacht. Im September schauten wir jedoch mit “42nd Street”, einen wunderbaren Klassiker an. Im Oktober, am ersten Samstag nach dem offiziellen Start The Boy from Oz – ein Musical, das dem australischen Entertainer Peter Allen ein Denkmal setzt. Kritikerstimmen sind sich einig, dass der Star der Show, Hugh Jackman, das weitaus größere Talent ist und dem Broadway noch ein paar weitere Monate lang Glanzpunkte aufsetzt! (Einer meiner konkreten Wünsche für 2004, die Show noch mal zu sehen…)

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Neben all diesen Unternehmungen, schrieben Oliver und ich ein weiteres Computerbuch, das im Herbst veröffentlicht wurde und ein bisschen mehr Marketing und nicht zuletzt KäuferInnen brauchen könnte. Zudem basteln wir weiter an dieser Website, haben uns mit guter Fotoausrüstung bestückt und schreiben beide an unseren Romanen. (Ein weiterer konkreter Wunsch an 2004: mein Buch abzuschließen und einen Verleger zu finden…).

bbridge
schlicht mein allerliebstes Bauwerk!

All diese wunderbaren Erlebnisse ermöglichen uns unsere Jobs. Wer arbeitet, verdient Geld und das kann mensch wieder für Vergnügungen ausgeben und den Rest gut anlegen. Für später. (Noch ein konkreter Wunsch für 2004: ein Job, der mich anregt und erfüllt – I want to be inspired!). Vorsätze? Allgemeine Vorsätze a la “abnehmen”, oder “mehr Bücher lesen”, oder “mehr Sport treiben” mache ich keine. Ich weiß aber, dass ich, sobald es das Wetter wieder zu lässt, meine Joggingschuhe anziehen und am Hudson entlang laufen werde. Auch möchte ich pro Monat einen Roman lesen (nicht nur Fachbücher). Und für Oktober, wenn ich den 30igern endgültig Lebewohl sagen muss, nehme ich mir vor “wunderschön” zu sein. Ach nein, das funktioniert nicht. Konkrete Ziele! Also gut: ich würde gerne wieder in die Jeans passen, die ich mit 26 trug!
Und was sind deine konkreten Ziele Oliver? Liebe Leserin, lieber Leser?
Alles Gute und ein gesundes, glückliches 2004!