Happy New Year

1. Woche 2004 von Oliver

Was zum Teufel macht man nur an Silvester? Diese Frage stellt sich einem in New York genauso wie an jedem anderen Ort, auch, wenn hier die Auswahl natürlich gigantisch ist. Aber das macht es eigentlich nicht besser – wer die Wahl hat, hat die Qual.

20031231-20040101-1 007

Wie jedes Jahr, wollten wir auch dieses Jahr besonders früh dran sein und hatten uns eine große Party im Capitale, einem angesagten Restaurant in Chinatown, herausgesucht. Genauers Nachforschen hat uns dann aber doch die Laune verdorben und deswegen saßen wir auch noch am Montag ohne die leiseste Idee in der Lolita Bar. Dort fanden wir einen neuen Barkeeper vor, der erschreckenderweise so aussah, wie der Fiesling aus Cold Mountain. Diesen Film hatten wir am Vortag gesehen haben. Dafür kann er natürlich nichts, auch dafür nicht, dass er uns nicht kannte und wie “ganz normale” Gäste behandelt hat. Rettung kam dann in Form von Lolita-Besitzerin Katie mit ihrem Freund, die uns herzlich eingeladen hat, Silvester in der Lolita zu verbringen.

Das hat sie vielleicht sogar aus Eigennutz getan, denn als wir zwei Tage später nach dem Genuss einer ausgezeichneten, selbstgemachten Lasagne eintrudelten, saßen sie und ihr Freund wie Fremde in ihrer eigenen Kneipe. Neujahr war dann auch unspektakulär genug – wir haben mit nur Bier angestoßen, ein paar Mal “Happy New Year” gewünscht und das war es dann auch schon.

20040101-20040101-1 008

Neues Jahr, neue Bar dachten wir uns dann und haben wir uns zur BoucheBar in der 5th St. zwischen Ave. A und B, dem Ableger der Lolita aufgemacht, wo wir den lange vermissten Barkeeper Jay antrafen. Insgesamt ist die BoucheBar eine wesentlich kleinere und gemütlichere Version der Lolita, die uns sehr gut gefallen hat.

Am Freitag sind wir den Spuren George Washingtons (Federal Hall) in Downtown gefolgt, was eigentlich nur unter der Woche geht und damit für die arbeitende Bevölkerung New Yorks recht schwer ist. Eine Entdeckung ist Fraunces Tavern in der Perl Street, die eine große Bedeutung in der amerikanischen Geschichte hat (weswegen dort auch ein Museum eingerichtet ist), zugleich heute aber auch eine nette Kneipe mit einer ausgedehnten “Happy Hour” ist.