Neues Apartment – Neues Glück

8. Woche 2004 von Elke

Einer der führenden Immobilienmakler – Real Estate Broker – Douglas Elliman wirbt derzeit mit: Learn more about living, buying, selling and renting in each of NYC’s unique communities. Er greift damit auf, was ich mir denke – ich möchte noch mehr von New York kennenlernen und zwar so unverfälscht, wie nur möglich. Auch wenn es zum Kaufen eines Apartments noch zu früh ist und ich für’s Verkaufen auch erstmal eines besitzen müsste, so macht es großen Spaß neue Gegenden – Neighborhoods – in Manhattan kennenzulernen. Ja, eines steht für mich fest: Manhattan möchte ich nicht zugunsten von Brooklyn, Queens oder Westchester aufgeben müssen. Vom Umzug in einen anderen Staat sprich New Jersey oder Connecticut ganz zu schweigen…

Ground Zero samt unserem Building
Ground Zero samt unserem Building

Auch fällt es mir mitnichten leicht, mich überhaupt mit dem Umzugsgedanken vertraut zu machen, ist doch das gegenwärtige Apartment ein Traum: lichtdurchflutet, zwei geräumige Zimmer in einem 105 Jahre alten, neurenovierten Doorman-Building mit einem Ausblick, der seines Gleichen sucht. Wenn da nur nicht der Welt größte Baustelle toben würde! Der Potsdamer Platz ist fertiggestellt, jetzt ist “Ground Zero” dran. Bei dem Gedanken, die nächsten Jahre mit Baulärm leben zu müssen, wird mir übel! Ist es schon jetzt oftmals ganz schön anstrengend, in Downtown Manhattan zu leben, da permanent der Broadway und umliegende Straßen von ConEd (Strom), Verizon (Telefon), TimeWarner (TV), der MTA (Subway) oder der Stadt selber (Wasser etc.) aufgerissen werden. Kaum eine Woche vergeht, in der nicht wieder eine Nacht dem nächtlichen Bautreiben da draußen zum Opfer fiel.

Doch sind es diese Umstände nicht allein, die Oliver und mich an Umzug denken lassen! Unser Mietvertrag läuft Ende April aus und wir müssen mit unseren Vermietern neu verhandeln. Anders als in Deutschland, gibt es in New York in der Regel feste Zeitmietverträge, nach deren Ablauf man schlicht das Apartment besenrein verlässt und auszieht. Um zu wissen, was es auf dem Mietmarkt alles so gibt, durchforsteten wir vergangenes Wochenende nicht nur den Wohnungsmarkt der New York Times, sondern auch Teile von Greenwich Village und Midtown am Samstag, sowie Downtown am Sonntag.

Downtown Walk

Beispielsweise schauten wir uns das HighLine an. Wir hielten die Apartments für preislich ziemlich überzogen und waren dann erstmal in Sorge, ob denn nicht vielleicht unsere Vorstellungen überzogen wären. Andere Neubauten ließen wir zudem gleich mal außen vor: The Nicole (auch wenn wir liebend gerne in einem Apartment mit gleichem Namen unserer Münchner Freundin wohnen würden!), The Aston und das Atlas.

Und so machten wir uns nach Midtown auf und spazierten die 34th street entlang, an einigen interessanten Buildings vorbei. Doch nichts was von außen als “Zuhause” hätte dienen können. Bis wir an der 1st Avenue und der 38th Street auf das Corinthian stießen. Was wir da geshen haben, ließ uns beide nachts kaum schlafen: das 1987 fertiggestellte Condominium Building (primaer Eigentumswohnungen) hat Amenities (Ausstattung/Annehmlichkeiten) satt! Das Apartment, das wir uns anschauten, befand sich im 29. Stock und der Makler der uns durch das Building führte war bester Laune, was die Sache ungemein freundlicher macht. Jedes Apartment des Corinthian verfügt über ein Rondell von Fenstern, so dass jeder maximal gute Sicht hat. Doch damit nicht genug, hat jede Wohnung auch noch einen Balkon, der auch im 29. Stock durchaus noch genutzt werden kann. Die Aussicht des Apartments, das wir uns anschauten ging zwar nur nach Norden, dafür aber mit Blick auf das Chrysler Building, viel umliegende Hochhäuser und eines Wasserkraftwerks von ConEd.

Bot das Apartment selber mehr Quadratmeter und Stauraum für den Preis, den wir jetzt zahlen, machten mich vor allem die Amenities an. Ein hauseigener Swimmingpool. Ein Jogging-Parcours der einmal ringsum das Gebäude führt. Eine geräumige Sonnenterrasse mit Blick nach Süden und somit auf das Empire State Building. Fitness-, Geräte- und Wäscheraum. 24-Stunden Concierge und Doormen. Wow. Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr raus, und wissen nun, wie mensch sonst noch so wohnen kann – in New York!

Battery Park City.
Battery Park City.

Am Sonntag erforschten wir die weiteren Downtown Möglichkeiten. Das 90 West New York hatten wir vor ein paar Wochen schon mal als “Keine Alternative” abgehakt und gaben dennoch dem 21 West sowie dem Ocean One eine Chance. Umsonst! Auch nach Battery Park City bringen mich keine zehn Pferde. Als Nächstes suchen wir dann unsere favoriserten Nachbarschaften wie Lower East Side, Little Italy, North of Little Italy sowie Union Square und Gramercy auf und werden erneut berichten.

Time Warner Center: Keine Mall, sondern ein Urban Retail Center

6. Woche 2004 von Oliver

Am Donnerstag stand eigentlich Tokio auf dem Programm. Aber anstatt ins Kino für Lost In Translation zu gehen, haben wir uns dann doch entschlossen, ein Stück New York live anzuschauen: die Eröffnung des neuen Time Warner Center, des Center of Everything am Columbus Circle.

Time Warner Center

Eröffnung ist natürlich etwas übertrieben, denn die fand schon einen Abend vorher statt, auf Einladung und damit ohne uns. Und so war die Stimmung in dem vierstöckigen Einkaufsparadies eher so, als würde es schon immer existieren.

Die meisten der Geschäfte sind am oberen Ende der Luxusskala angesiedelt und somit für uns nur von begrenztem Interesse. Es gibt aber einen neuen Borders, ein Buch- und Plattenladen, der uns ans Herz gewachsen ist, seitdem wir dort unsere ersten Bücher in New York gekauft haben, damals noch in 5 World Trade Center. Nicht angeschaut haben wir den neuen, größten Supermarkt Manhattans im Keller des Time Warner Center. Wir werden dorthin zurückkehren, wenn die Picknick-Saison im Central Park begonnen hat.

Time Warner Center

Der vierte Stock gehört einer Reihe von Restaurants, von denen allerdings erst eines aufgemacht hat – die anderen werden in den nächsten Wochen folgen. Das eine Restaurant – Stone Rose – war schon voll, sonst hätten wir doch die günstigste Flasche Wein für ungefähr $80 genießen können. Uns vom Masa erwartet man, das Reservierungen dort schwieriger sein werden, als im Nobu.

Die New Yorker sind auf jeden Fall erstmal neugierig, aber es wird noch spannend ob dem neueste Versuch eines „vertikalen Einkaufserlebnis“ das Schicksal eines Trump Towers erspart bleibt.