43. Woche

Von Elke

Sonntag 21. Oktober

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Vor kurzem sind wir Mitglieder im Seaport Museum geworden und heute wollen wir das auch gleich mal ausnützen. Also machen wir uns auf, laufen die paar Schritte zum East River und stehen auch schon vor einem beachtlichen Schiff: der Peking! Es ist ein ehemals in Deutschland gebautes und unter deutscher Flagge gesegeltes Stahl-Segelschiff. Wir erkundeten das Schiff auf eigene Faust, was sehr interessant war. Es gibt hier noch viel mehr zu sehen, doch wer sich dafür interessiert, sollte alles am Besten selbst an Ort und Stelle anschauen – es lohnt sich! Wer sich vorab online informieren möchte, kann dies natürlich auch tun: Southstreet Seaport

Dienstag 23. Oktober

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Heute entdecke ich ein Geschäft, das ziemlich interessante Radio-Werbung macht. Nach dem Motto “who spends less, can afford more” werden alle möglichen Vergleiche gezogen. Beispielsweise braucht die Garage DRINGEND ein neues Auto (your garage needs desparately a new car), doch auch bei SIMS wird man sich kein Auto leisten können, aber vielleicht den Computer, den sich die Kinder so sehr wünschen… Nun, da es sich anscheinend bei SIMS so gut sparen lässt, spare ich auch ein wenig mit, und erstehe ein wunderschönes schwarz-weißes Wintermäntelchen.

Mittwoch 24. Oktober
Auch wenn es heute eigentlich dafür viel zu warm ist, muss ich meinen Liz-Claiborne-Mantel ausführen. Heute ist ja auch nicht irgendein Mittwoch, sondern unser dritter Hochzeitstag. Eigentlich hatten wir mal vorgehabt, diesen im Gritti in Venedig zu feiern, doch ist die Metropole New York auch nicht schlecht!

lizclaiborne

Lange haben wir überlegt, wo wir denn feiern sollten, und da kam uns die “Restaurant Week” gerade recht. Verschiedene mit Sternen überhäufte Restaurants der Luxus-Klasse vereinten sich zu einem Restaurant-Monat und boten 3-5 Gänge Menüs für ein Fixum von 30 Dollar an. Nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass man das sonst für EIN Gericht berappen müsste. Da wir natürlich Downtown und TriBeCa unterstützen wollen, fällt unsere Wahl auf die Church Lounge.

Das sehr schlichte “Church Hotel” beherbergt in seinem Erdgeschoss eine gigantische Lobby, in der verschiedene Tisch- und Sitzgruppen postiert sind. Die Atmosphäre ist gepflegt, elegant, ohne jedoch einzuschüchtern. Wir werden zu einem Tisch am Fenster geführt und lassen uns in den bequemen Sesseln nieder. Die Tische sind hübsch eingedeckt, wenngleich ein Tischtuch aufgrund des ansehnlichen Marmortisches fehlt. Wir entscheiden uns für Kürbiscreme Suppe bzw. Blattsalat, Thunfisch rare auf Gemüsebeet bzw. Waldpilz Risotto, sowie hausgemachtes Mango-, Erdbeer- und Melonen-Sorbet. Glücklich und zufrieden verlassen wir das Lokal, da wir in angenehmer Atmosphäre köstlich gespeist hatten.

Samstag 27. Oktober

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Schon lange waren wir auf keinem Konzert mehr und heute ist endlich wieder einmal so weit: U2 spielen heute im Madison Square Garden auf. Um uns auf das Ereignis einzustimmen, machen wir zunächst einen Spaziergang und treffen uns dann mit Brigitte, Richard und Daisy bei Ian. Wir kochen und essen zusammen, trinken Wein und Champagner und ziehen dann frohgemut los. Leider haben wir verschiedene Sitzplätze und so müssen wir uns trennen.

Oliver und ich nehmen HINTER der Bühne Platz, was sich dann als gar nicht so schlecht heraus stellt, da wir Bono, The Edge, Larry und Adam sehr gut sehen können, wann immer sie sich dem Publikum abwenden. Und der nimmermüde Bono kümmert sich vor allem sowieso nicht nur um das, was vor ihm, sondern auch hinter ihm passiert. Das Konzert ist hervorragend, eigentlich mein bestes U2 Konzert bislang (von insgesamt sechs), wenn da nicht der Abschluss gewesen wäre, der uns mit unterschiedlicher Stimmung zurückgelassen hatte.

42. Woche

Von Elke
Sonntag 14. Oktober
Auch hier wollen wir den ein oder anderen Sonntag tendenziell gar nichts machen, sondern zu Hause bleiben und schreiben, lesen, TV gucken, PC Games spielen, Musik hören oder einfach nichts tun. Am Abend treibt’s uns dann aber doch immer noch kurz raus und so erkundigen wir mal wieder unsere Nachbarschaft, oder das, was von ihr noch betreten werden darf.

Unser Weg führt uns also nach TriBeCa, zu dem wir aber erst auf Höhe der Chambers Street Zutritt erhalten, da Park Place, Murray Street und Warren Street für Autos sowieso, aber für Fußgänger auch noch immer gesperrt sind. Schließlich kommen wir an der Bar vorbei, in der wir bereits an meinem Geburtstag auf einen Drink waren: “The Liquor Shop”. Interessanterweise betreibt der Besitzer nicht nur diese, sondern auch die gegenüberliegende Bar. Wie überhaupt so viele Bars, Restaurants und Geschäfte in New York mindestens einen Ableger haben.

Zum Wochenbeginn entdecke ich meine handwerklichen Fähigkeiten wieder und verrate schon mal soviel: der Winter kann kommen…

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Am Abend findet dann wieder mal eine Versammlung aller 15 Park Row Bewohner statt. Die meisten Tennants sind im besten Studentenalter und dementsprechend quirlig, oder wie soll ich deren ständigen Stimmungsschwankungen und emotionalen Ausbrüche besser beschreiben? Mittlerweile haben wir also eine richtige “Tennants Association” gegründet, mit einer Präsidentin (Nicole), zwei Schatzmeistern (Matt und Geoffrey), einem Pressekontakt (Chelsea) und zweien, die den Kontakt zum Anwalt halten (Hal und “der Holländer”). Diese sechs Leute bilden unsere Stimme, um zu erreichen, dass ausziehen oder zu reduzierter Miete weiterwohnen kann, wer will. Natürlich müssen wir das Anwaltshonorar und die Gebühren für das Testen der Luftqualität erst mal vorstrecken, doch wie macht man das am Besten? Soll jeder Bewohner zahlen? Nur die eigentlichen Mieter? Sollen größere Apartments stärker zur Kasse gebeten werden, oder ist nicht vielleicht ein gewisser Prozentsatz der Miete am Gerechtesten? Glücklicherweise finden wir bald in demokratischer Manier eine Lösung, die besagt, dass jedes Apartment 200 Dollar zu zahlen hat. Damit sind auch Oliver und ich voll und ganz einverstanden. Als sich das Treffen nach zwei Stunden auflöst, genießen wir einigermaßen geschafft den Rest des Abends.

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Heute am Dienstag darf ich wieder in Olivers Büro das Internet nutzen, und so kann ich an die Recherche für meinen Job-Pitch gehen. Bis Freitag muss ich einiges an aktuellem Text für Deutschlernende geschrieben haben und zwar für Anfänger, Fortgeschrittene und Experten.

Für den Abend lädt dann Ian ganz spontan zu sich nach Hause auf Martinis und Appetizer ein. Und so verbringen wir mit Renee, Ken und Daisy einen vergnüglichen Abend bei Ian, wenngleich aufgrund der noch sehr jungen Woche doch auf Martinis verzichtet wurde. Mit U2′s “Zoo TV” stimmen wir uns schon mal auf das Konzert am 27. Oktober ein.

Am dritten Tag meiner redaktionellen Arbeit, strahlt die Sonne so herrlich, so dass ich draußen weiterschreiben möchte. Also packe ich den Laptop in meinen Rucksack, schließe die Türe sorgfältig ab, gehe zum Fahrstuhl, steige hinein und los geht die Fahrt: 18, 17, 16, 15, 14, 12, 11 und von da weg ohne Zählung in den ersten Stock. Ich spüre, dass ich tatsächlich unten angekommen bin, doch die Türe geht nicht auf. Ich warte. Ich rufe Oliver an, den ich nicht erreiche, da er bei einem wichtigen Geschäftsessen ist. Ich warte und drücke auf den Alarmknopf. Eine Sirene heult auf, solange ich den Knopf gedrückt halte. Nichts tut sich. Ich drücke den roten Knopf erneut. Noch immer nichts! Befinde ich mich wirklich im Erdgeschoss, oder doch noch woanders? Ich fange an zu rufen und endlich, nach ein paar Minuten, die mir natürlich viel länger erscheinen, höre ich Nick von draußen. Er beruhigt mich und meint, dass sie mich gleich rausholen. Und tatsächlich, ein paar Minuten und eine Ewigkeit später bin ich draußen, nur um mal wieder in die enttäuschten Gesichter vieler New Yorker zu sehen. Enttäuscht darüber, dass der sich in unserem Gebäude befindende beste Elektroshop der Stadt, “J&R”, noch immer geschlossen hat.

Eigentlich habe ich zu diesem Zeitpunkt schon wieder genug, gehe dann aber doch zum Seaport, denn zurück ins Apartment möchte ich auch nicht. Denn dazu müsste ich ja Fahrstuhl fahren!

Irgendwie scheinen an diesem Donnerstag alle Fernsehanstalten auf einmal Drehgenehmigungen bekommen zu haben, denn zwei Hubschrauber drehen unermüdlich ihre Runden. Später gesellt sich noch ein Militärhubschrauber mit zwei Propellern hinzu. Der zeigt den beiden anderen erst mal, was Lärm ist. Schließlich beziehen irgendwann auch noch zwei Polizisten und später drei Soldaten der Nationalgarde neben mir Stellung, woraufhin ich mich seltsamerweise wohler fühle.

Doch hebt sich mein Gefühl erst bei einem Glas Irish Lager in einem sehr traditionellen Irish Pub in der Water Street, Ecke Wall Street.

Den Freitag verbringe ich mehr oder minder in Olivers Büro, versuche irgendwie mit meinen E-Mails auf dem Laufenden zu bleiben und schicke schließlich meine Demo-Texte ab, in der Hoffnung, bald wieder bezahlter Arbeit nachgehen zu können…

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Da wir glücklicherweise gestern unseren japanischen Freund Mark in der Lolita getroffen haben, wurden wir auf eine Veranstaltung im Bryant Park aufmerksam gemacht, die wir natürlich besuchen. Ganz gemächlich laufen wir den Broadway hinauf, machen am Flat Iron Building bei einem Voicestream Shop halt und versuchen mal wieder einen Handy-Vertrag abzuschließen. Doch scheitern wir, wie die Male zuvor, an unserer zu kurzen Credit History. Immerhin sind wir jetzt schon auf Stufe “D” und müssten lediglich $250 Pfand hinterlegen, und dann könnten wir einen Vertrag abschließen. Doch sind wir nicht gewillt, Voicestream einfach mal so zweihunderfünfzig Bucks zu leihen, da wir die besser brauchen können! Dann eben kein Handyvertrag. Der Tag ist viel zu schön, um ihn sich vermiesen zu lassen, weshalb wir freudig unseren Weg fortsetzen. Den Messestand des Tennement Museums finden wir ziemlich schnell, wo sich Mark freut, uns zu sehen. Wir erkunden Stand für Stand und lassen wirklich keinen Aussteller im Bryant Park aus. Auch werden wir mal wieder Mitglieder, doch wer kann schon einer “Probe-Mitgliedschaft” für nur einen Dollar widerstehen? Also werden wir Mitglieder im “South Street Seaport Museum”, das ja keine 10 Minuten von uns entfernt ist. Die nette Irin (!), die uns wirbt, erzählt sogleich, dass das zu besichtigende Stahl-Segelschiff “Peking” in Deutschland gebaut, und bis 1926 unter deutscher Flagge gesegelt ist. Das wollen wir uns doch bald mal anschauen! Den schönen, erholsamen Tag wollen wir noch geruhsam ausklingen lassen, weshalb uns der Sinn nach einem Irish Pub steht. Warum immer Irish Pubs? Ganz einfach! Irish Pubs stehen für gemütliche Atmosphäre, günstige Preise, gutes Bier und leckeres Essen, und genau das wollen wir und genau das finden wir auch im “Conolly’s”.

40. Woche

Von Elke
Bei den vielen Berichten im deutschen Fernsehen, war auch einer über eine evangelisch lutherische Kirche in Manhattan dabei. In der Sankt Pauls Cathedral in der 22nd Street findet jeden Sonntag ein Gottesdienst in deutscher Sprache statt, den wir heute besuchen. Als wir die gotische Kirche betreten, sind wir sogleich überwältigt von der Schönheit des Kirchenschiffs und der bunt strahlenden Glasfenster. Hier hat sich ein echtes Juwel bewahrt. Pfarrer Sönke Schmidt-Lange predigt hervorragend und ein Satz prägt sich uns besonders ein: “wir haben kein verbrieftes Anrecht darauf, dass es uns gut geht”.

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Diese Worte begleiten uns noch, nachdem wir auf einigen Umwegen in die Bronx zum dortigen Zoo fahren. Das Wetter ist zwar alles andere als ausflugstauglich, doch steht uns der Sinn nach etwas Grün und Abwechslung. Und so spazieren wir vorbei an den in freier Wildbahn bereits ausgestorbenen asiatischen Hirschen, den Kranichen, Trompetenschwänen und Wölfen, bis wir schließlich zum “Congo-Areal” gelangen. Dieses kostet Extra-Eintritt, doch haben wir durch unsere Mitgliedschaft im World Wildlife Conservation Fund einen Congo-Eintritt frei und sind überwältigt vom Zauber dieser Ausstellung. Wir sehen Wildschweine und Okapis und schließlich Gorillas. Alle in ihrer “natürlichen” Umgebung, in riesigen, großzügig gestalteten Gehegen, so dass man wirklich das Gefühl bekommt, die Tiere seien gerne hier.

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Jedem New York Besucher sei der Bronx Zoo eindringlich ans Herz gelegt, denn er gehört mit Sicherheit zu den schönsten der Welt. Wir werden an anderer Stelle noch einmal davon berichten.

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Am Montag ist es dann soweit: wir sind wieder “ganz gewöhnliche Mieter”, das heißt, wir zahlen nicht mehr für zwei oder gar drei Wohnungen Miete, sondern nur mehr für eine. Mit dem 1. Oktober haben wir auch kein Festnetz-Telefon mehr, geschweige denn einen Internet-Zugang. Telefon ist für Mitte/Ende November zugesichert und dann müssen wir mal bezüglich Internet schauen…

Dafür geschieht am Dienstag das Unglaubliche: zunächst passiere ich die Flughafen gleichen, sehr strengen Kontrollen des INS, das sich am Broadway Ecke Avenue of the Strongest befindet. Die Worth Street trägt den Beinamen “Avenue of the Strongest” und wenngleich die Straße sicherlich nicht Manhattans schönste Straße ist, so mag ich sie dennoch allein des Namens wegen. Und irgendwie muss man ja nicht nur in Manhattan generell Stärke zeigen, sondern im INS speziell ist Stärke, ist Nervenstärke gefragt. Ich fahre also in den neunten Stock und befinde mich keine 30 Minuten später im Besitz meiner Work Permit, und das nach schlichten fünf Monaten Wartezeit. Übermütig geworden, fahre ich in den 33. Stock und beantrage meine Social Security Number, die mir für spätestens zwei Wochen später zugesichert wird. Von hier oben hätte man einen sehr schönen Blick auf Downtown Manhattan, doch traue ich mich kaum in Richtung Süden zu schauen, auch fühle ich mich im 33. Stock nicht wirklich wohl.

Und so mache ich mich auf in den Bryant Park, wo ich mit Victoria verabredet bin. Es ist unser erstes Wiedersehen seit der Katastrophe und auch sie hat Unglaubliches zu berichten. Als wir uns das letzte Mal getroffen hatten, saßen wir im Schatten der World Trade Center Türme…

Als am Sonntag in der Kirche Pfarrer Schmidt-Lange meinte, sie bräuchten Hilfe, habe ich mich spontan angeboten: von Mittwoch bis Freitag beantworte ich E-Mails und Faxe, die aus Deutschland aus aktuellem, tragischen Anlass eingetroffen waren. Die paar Dutzend E-Mails können mich nicht schrecken, da ich ja ganz andere Mengen gewohnt bin!

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Am Mittwoch Abend findet im “Regent” Hotel, 55 Wall Street, eine Veranstaltung für alle Downtown Bewohner statt. Der Raum ist zum Bersten gefüllt mit sitzenden und stehenden Frauen, Männern und ganzen Familien. Das Panel auf der Bühne ist der Situation angemessen und besteht auf über 30 Vertretern des Rathauses, der Umweltbehörden FEMA und OSHA, des Telefonmonopolisten Verizon, des Strom-Monopolisten ConAid, der Subway MTR und vielen anderen mehr. Die Bewohner des Battery Parks machen am lautstärksten auf sich aufmerksam und so wirklich was gebracht, hat die leider Veranstaltung nicht.

Am selben Abend noch sind wir mit Brigitte und Ian verabredet, und gehen lecker mexikanisch essen. In dieser harten Zeit tut es besonders gut, Freunde zu treffen.

Am Freitag lasse ich den “Arbeitstag” in der Kirche noch gemeinsam mit Irma ausklingen. Den Abend läuten Oliver und ich dann in der Lolita ein und schauen schließlich im TV Russel Crowe’s Treiben in “Gladiator” zu, bevor wir diesen Tag in Ruhe abschließen.

38. Woche

Von Elke
Seit dem Anschlag sind fünf Tage vergangen. Fünf Tage, an denen wir uns freuen, am Leben zu sein. Fünf Tage, an denen wir uns wie aus dem Paradies vertrieben vorkommen.

Um auf den Boden der Tatsachen zurückzukehren, machen wir uns wieder einmal auf, in der Park Row nach dem Rechten zu sehen. Diesmal ist es kein Problem ab der Canalstreet immerhin die Baxter bzw. dann die Perl Street entlangzulaufen. Menschenmassen drängen sich, denn alle wollen das Nichtfassbare sehen. Mir ist nicht wohl dabei, wieder in die Richtung des Grauens zu gehen, doch es bleibt uns ja nichts anderes übrig, denn wir wohnen ja schließlich da! Nahe unseres Hause gibt es immer noch feste Absperrungen: unsere IDs werden von einem Soldaten namens “Wunder” geprüft, der dann meint, sein Vater sei Deutscher, daher der Name. Ein hübscher Kerl, der uns mit den Worten “in case you can’t get any further, tell them, Lieutnant Wunder let you through”. Die nächste Sperre bildeten ein paar Polizisten, denen es gar nicht recht war, dass wir so weit gekommen waren, doch zähneknirschend brachte uns ein Polizist zur nächsten Sperre Beeckman Street, Ecke Park Row. Dort wurden wir dann von zwei Polizistinnen eskortiert und am Eingang des Hauses Nummer 15 von allen unseren vier Doormen freudig begrüßt. Diesmal schrieb man sich auch unsere Orchardstreet Telefonnummer auf, um uns zu benachrichtigen, wenn wir zurück “nach Hause”.

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Diesmal gießen wir unsere Pflanzen und nehmen lediglich ein paar Kleinigkeiten mit. Oliver lässt es sich nicht nehmen, ein Foto in die Richtung zu machen, wo einst das World Trade Center stand. Mir ist auch bei dieser Aktion gar nicht wohl, denn ich habe Bedenken, dass uns die wachsamen Augen des Gesetzes dabei sehen könnten und wir dann Scherereien bekommen. Meine Sorge war aber unbegründet.

Die Abende dieses und der nächsten Tage verbrachten wir in der Lolita Bar und führten angeregte Gespräche mit Anna und Mark. Die zweite Hälfte des jeweiligen Abends verbrachten wir mit leckerem Chinese Food vom Golden Forest und Seinfeld. Immerhin auf Time Warner Cable war in diesen harten Zeiten verlass.

Oliver konnte ab Montag, 17. September auch wieder in sein Büro arbeiten gehen, was für ihn und uns beide natürlich essentiell war. Wichtig war auch, dass wir endlich unsere seit dem 10. September aus Deutschland eingetroffenen 25 Kisten abholen bzw. zunächst die Zollformalitäten erledigen konnten.

Das New Yorker Zollbüro befand sich – natürlich – in 7 World Trade Center, das heißt, wir mussten irgend eine Lösung finden! Man könnte jetzt denken, dass Angesichts dieser Katastrophe auf Zollformalitäten verzichtet hätte werden können, doch weit gefehlt! Unser Cargo Spezialist benötigte die abgefertigten Zollpapiere dringends, da er sonst unsere Kisten zurücksenden müsste. Eile war also geboten. Da wir die Alternative New Jersey Zoll auch nicht erreichen konnten, fuhr Doris kurzerhand mit mir nach Elizabeth in New Jersey. Und Oh Wunder! wir bekamen die so dringend benötigten Papier ohne Schwierigkeiten. Keine Wartezeit, keine Gebühren, keine unnötigen Fragen. Wir fuhren dann weiter nach Linden, um dem Cargo-Menschen die Papiere zu übergeben. Wir erklärten ihm die Situation, dass Oliver und ich derzeit evakuiert sind und nicht wissen, wann wir zurückkönnen und ob dort überhaupt ein Auto hinfahren darf. Der Cargo-Mensch zeigte Herz und erließ uns die Lagergebühren für eine Woche. Doch von da weg, würde das Eilagern echt Geld kosten. Mit solch einem erlösenden Zeitgewinn im Gepäck fuhren Doris und ich wieder zurück nach Manhattan, durch den Lincoln Tunnel natürlich, da der Holland Tunnel noch immer gesperrt war (und auch noch ist!).

Der Blick auf Skyline ist erschreckend. Da wo man sieht, dass etwas fehlt, sieht man eine fette Rauchwolke, anstelle der majestätischen Türme. Doris bringt mich zurück in die Orchardstreet und als ich den Anrufbeantworter abhöre, finde ich ein “hello, here’s Nick from 15 Park Row, please come home” vor. Sogleich rufe ich Oliver an und für uns ist natürlich klar, dass wir den Abend tatsächlich wieder “daheim” verbringen werden.

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Ich packe unsere Reisetasche, steige in die Subway und fahre bis zur Chamber Street. Dort halten sich zwar nach wie vor unzählige PolizistInnen und Soldaten auf, doch lassen die mich ungehindert durch. Am Eingang wartet schon Oliver und plauscht mit dem spanischen Doorman. Wir gehen nach oben und alles ist eigentlich wie immer, doch nicht ganz. Da fehlt doch was! Richtig – es fehlen nicht nur die beiden World Trade Center Türme, einige weitere Gebäude, die Beleuchtung des Empire State und Woolworth Buildings, nein – es fehlt auch die Sicherheit, die ist für immer abhanden gekommen!

Nichts ist mehr wie es vorher war, weder für uns, die wir direkt mit den sichtbaren Folgen der grausamen Attacke leben müssen, noch für alle anderen Menschen, denen diese Sichtbarkeit fehlt. Das Gefühl dürfte bei allen ähnlich sein: Unsicherheit!

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Doch schon am nächsten Tag zeigt einer Herz und so besucht uns Ian, um sich davon zu überzeugen, dass man in der Park Row noch leben und kann und ob es uns gut geht. Wir trinken ein paar Bier und lassen uns meine Spaghetti Marinara mit Riesenscampis und Jacobsmuscheln schmecken. Die Nähe zu den Chinatown Fischmärkten macht sich bezahlt, denn das Essen tut gut und der Alkohol sein Übriges und so freuen wir uns mit Ian auf seinen morgige Reise in die Karibik nach Aruba. Auch Ken, Renée und Vally fliegen morgen in den Urlaub, nach Madrid und London.

Sollen denn alle jetzt nur mehr daheim bleiben und Angst haben? Ein klares Nein!

Am Samstag schließlich wenden wir uns dem Zustand unseres Apartments zu und putzen und wienern und machen es strahlesauber. Glücklicherweise waren ja unsere Fenster zu, weshalb nur ein ganz klein bisschen Staub hineingeweht wurde, also kein Grund zur Beunruhigung, oder doch? Die Verantwortlichen beschwichtigen uns mit der Aussage, dass das Leben in Downtown Manhattan gesundheitlich unbedenklich sei, doch können wir der EPA wirklich glauben?

Der Jahrestag – Ein persönlicher Rückblick

18. September 2002, von Elke

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Die Zeit kennt keine Gnade und schreitet unaufhaltsam weiter. Für sehr bald schon kündigt er sich an, der 11. September 2002, der Tag an dem sich vor einem Jahr für so viele so vieles verändert hat. Oft wurde ich gefragt, was ich machen würde und ich wusste keine Antwort darauf. Es war wohl schwer möglich, einfach nur im Bett zu bleiben, mit der Beckdecke fest über den Kopf gezogen. Auch an einen Flug weit, weit weg, war nicht zu denken. Dann sich doch zu den Tausenden von Menschen in einem der New Yorker Parks (Lichterketten!) zu gesellen? Nein, ich will das nicht! Am liebsten wäre ich einfach den ganzen Tag Zuhause geblieben, dort wo ich vor einem Jahr nicht sein durfte. Vor einem Jahr musste ich das, was ich als neues “Zuhause” auserkoren hatte, fluchtartig verlassen und mir vorübergehende Unterkünfte suchen. Eine Kerze wollte ich ins Fenster stellen und den Tag besinnlich vorüberziehen lassen. Doch erstmal musste dieser Tag kommen!

Die Spannung am Dienstag im Büro war nahezu unerträglich. Wo sonst nur fröhliche, beschwingte Worte durch das Großraumbüro flogen, überschlugen sich die Grobheiten. Die Stimmung war mehr als gespannt, was wohl am Datum, dem 10. September 2002 liegen musste. Morgen war “es” soweit, morgen sollte sich jähren, was niemand wollte, dass es sich jährte. Doch die Zeit kümmert solche Gedanken nicht. Um einigermaßen mit dem “Morgen” fertig zu werden, packe ich abends eine Comforting Bag, eine Tasche, die enthält, was ich am Liebsten habe. Da es sich bei der Tasche jedoch nicht um einen Samsonite-Koffer handelt, sondern lediglich um eine Damenhandtasche, passen auch nur mein kleines Hochzeitsfotoalbum, mein Tagebuch, ein paar Gedichtbüchlein, mein Palm samt Tastatur, mein liebster Schmuck, eine CD sowie die Digitalkamera hinein. Eine krude Mischung an Dingen, die ich kurzerhand für unentbehrlich deklariert hatte. Die Tasche gibt mir ein beruhigendes Gefühl. Als Oliver und ich später auf einen Drink in der Lolita-Bar sitzen, schaue ich mir gemeinsam mit Anna unser Fotoalbum an und denke an FreundInnen und Familie.

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Die Angst, es würde genau dasselbe wie vor einem Jahr passieren, brauche ich im Grunde nicht zu haben, denn da stehen keine Riesentürme mehr, in die Flugzeuge knallen könnten! Also verstaue ich meine Angst für ein paar Stunden und starte in den Tag. Frisch geduscht, fertig geföhnt und geschminkt stehe ich gegen halb neun in der Küche, wo mir Oliver meinen Tee einschenkt. Schweigend stehen wir da und wissen zunächst nicht so recht, was wir denn jetzt tun sollen. Ein Blick aus dem Fenster hilft sicher weiter! Dort unten reihen sich unzählige Menschen auf, und schwarze Limousinen mit eskortierenden Motorrädern kriechen vorwärts, unter Einsatz entsetzlichen Sirenengeheuls. Da drüben am Transport Building verteilen zwei junge Menschen rot-weiße Orchideenketten an alle Vorüberziehenden. Langsam gehen die Trauernden am kleinen Friedhof der Saint Paul’s Chapel entlang, hin direkt zu Ground Zero. Ich kann sie nicht weiterverfolgen, da Bauwägen die Sicht auf den Kern des Ground Zero versperren. Mir recht so!

Oliver schaltet den Fernseher ein, wo auf NY1 live von der Trauerzeremonie gesendet wird. Guiliani fäng an, die Namen der Verstorbenen vorzulesen. Ich zünde eine Kerze an und schaue aus dem Fenster, während ich seine Worte wahrnehme. Nach einiger Zeit wird der Ex-Bürgermeister von anderen Sprechern und Sprecherinnen abgelöst, doch ich verweile am Fenster, höre die Namen der vielen Toten und starre auf das Loch vor unserem Fenster, das einmal das World Trade Center gewesen war. “Bordenabe, Boryyzweski, Bosco, Bouchard…” Ich wusste, dass eine Frau Bouchard bei der Katastrophe ihr Leben lassen musste, eine Frau, die so heißt, wie mein Ehemann. Persönlicher sollte das Ganze nicht werden, ich wollte nicht trauern und schon gar nicht heulen! Doch als nur wenige Minuten später ein “Junior” und ein “Senior” – vermutlich Feuerwehrmänner – vorgelesen werden, ist es mit meiner Reserviertheit vorbei und ich lasse meinen Tränen freien Lauf. Auf eine seltsame Art und Weise ist die Zeremonie ein tröstlicher und befreiender Akt. Nahezu meditativ das Ganze. Irgendwann bei ‘R’ löse ich mich dann doch von Fenster und TV und verlasse das Apartment und Oliver, um ins Büro zu gehen.

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Auf meinem Weg in die Fashion Avenue, nähe Times Square, begegnen mir heute auffallend viele gut gekleidete Menschen. Ich sitze im 2-Train, der noch nicht wieder Express fährt, höre Musik aus meinem Walkman und krame in meiner Comforting Bag. Im Office angelangt, ist die gestrige Agression einer dezenten Stille gewichen. Nur die markige Stimme des Ober-Telemarketing-Typen dröhnt über alle Cubicles hinweg: “what a terriffic day” – “Volltrottel” hätte ich gerne erwidert, lasse es aber. Nach vier Stunden ist mein Halbtagsjob vorüber, den ich heute wie in Trance verbracht hatte. Dasitzen, nicht nachdenken, einfach arbeiten, E-Mails schreiben, nicht nachdenken, ruhig bleiben…

Wieder Zuhause telefoniere ich mit meiner Mutter, die in dem 11. September fast so etwas wie einen zweiten Geburtstag für mich sieht. Und recht hat sie: obwohl so nah an den Geschehnissen dran, war ich nur fast dabei und mir ist nichts passiert. Fast nichts, denn mit dem Erlebten muss ich trotzdem fertig werden! Über ihren Anruf freue ich mich ebenso, wie über die E-Mails, die mir Freundinnen und Freunde aus Deutschland und aller Welt geschickt haben. Es tut gut, zu wissen, dass da draußen Menschen sind, die an mich denken. Ich denke auch an sie.

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Das strahlende Blau des Himmels verblasst allmählich und weicht der Abendröte – Zeit, in die Upper West Side aufzubrechen. Dort wartet ein Turkey darauf verspeist zu werden. Ian und Daisy, haben Ken und Renee sowie Oliver und mich zum Dinner eingeladen. Mit prallgefüllten Tellern und je einem Bier sitzen wir auf der Dachterrasse, und lassen das vergangene Jahr Revue passieren. Für jeden von uns ist das heute so eine Art Neubeginn: “ich kaufe mir ein Auto”, “ich fliege nach Europa”, “ich laufe im Triathlon mit” und “ich hole mir meinen Traumjob” hören wir uns sagen. Über ein paar weitere Flaschen Bier wird es Mitternacht und wir alle sind froh, diesen Tag ohne böse Zwischenfälle, friedlich hinter uns gebracht zu haben. Natürlich können Oliver und ich nicht umhin, das Lokal aufzusuchen, das uns vor einem Jahr in der schweren Zeit Zuflucht gewesen ist. Das, was wir uns erhoffen, finden wir auch vor: Menschen, die uns nicht nur freundlich gesonnen sind, sondern auch freundschaftlich begegnen. In dieser Nacht schlafe ich erstmals wieder etwas beruhigter ein!

32. Woche

Von Elke

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Die in Amerika immer Sonntags beginnende neue Woche, endet mit Martinas Besuch. Auch der erlebnisreichste Kurztrip ist einmal vorbei. Aufgrund der etwas schwierigen und vor allem kostspieligen New Yorker Flughafensituation beschließen wir, bereits in der Orchardstreet voneinander Abschied zu nehmen und organisieren, dass Martina von Carmel Carservice nach La Guardia chauffiert wird. Der professionelle Carservice ist mit 25 Dollar nur unwesentlich teuerer als eine einfache Taxi-Fahrt und vor allem zu Rushhour-Zeiten zahlt sich der Fixpreis aus. Eine letzte Umarmung, ein Chauffeur, der mit sauberen Taschentüchern aushilft und weg war sie: unsere erste Besucherin und vermutlich auch die letzte in der Orchard Street.

Doch nur keine Traurigkeit oder gar Langeweile aufkommen lassen!

Am Abend genießen wir bei Rotwein und kleinen Häppchen Musik von Marvin Gaye und Al Jarreau in Nataschas vorübergehenden, neuen Domizil. Wir staunen nicht schlecht, als wir in Brooklyn eine klassische, große Wohnung betreten. Und der Ausblick vom Dach auf’s nächtliche Manhattan erinnert uns Drei wieder daran, warum New York die faszinierendste Stadt der Welt ist! Atemberaubend!

Auch der Montag hält schon wieder einen Höhepunkt parat: Openair Kino im Bryant Park. Wir sind mit den Münchnerinnen Melanie und Sylvia sowie mit Ken und Hope verabredet. Leider ist sieben Uhr abends schon reichlich spät und so finden wir kein einziges freies Rasen-Plätzchen mehr, keines wo ein Pärchen Platz hätte und erst recht keines für sechs Personen. Doch halt – wie steht’s denn mit der blanken Erde direkt vor der Leinwand? Gesagt und Decken ausgebreitet. Dass wir uns einen spitzen Logenplatz ergattert haben, merken wir, als der Film losgeht: Philadelphia Story, ein Klassiker mit Katharine Hepburn, James Stewart und Cary Grant. Bekannter und wohl auch beliebter ist das Remake mit Grace Kelly, Frank Sinatra und Bing Crosby: High Society.

Wer im Sommer ein paar Tage in New York verbringt, darf keinesfalls versäumen in den Bryant Park zu gehen. Sei es, um sich zu erholen und ein dort zu picknicken, oder eben um sich an einem der HBO Film-Klassiker zu erfreuen.

Die Zeit verfliegt und die Tage sind angefüllt mit Jobrecherche, Bewerbungen sowie vielen, vielen Umzugsbelangen. Unser Telefon steht kaum still dieser Tage, sei es weil wir Anrufe aus München erhalten oder eben selbst organisieren, beraten, planen, beschwichtigen, aufmuntern und dergleichen mehr.

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Wie zur Belohnung dürfen wir uns am Samstag wieder von Brigitte und Richard in Brewster verwöhnen lassen. Diesmal haben die beiden sich selbst übertroffen! Zu Besuch kamen rund zwanzig Gäste, doch die aufgetischten Köstlichkeiten hätten mit Sicherheit für noch mal so viele Personen gereicht. Aus der Fülle der kulinarischen Höhepunkte seien ein paar herausgegriffen:

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* selbstgeröstete, marinierte Pecan- und Erdnüsse
* warme Vierkäsecreme mit Artischocken
* armenische Salami
* Kartoffelsalat
* vegetarische Moussaka mit Champignons
* eine Art gegrillter Rinderbraten
* gegrilltes Schweinefleisch à la Kebap
* verschiedene Salate
Natürlich war das Fleisch auf den Punkt gebraten, extra zart und superlecker. Die “side dishes” ebenfalls jedes für sich ein echtes Highlight. Doch war das natürlich noch nicht alles. Später am Abend warteten die beiden noch mit Tee, Kaffee und Nachspeisen auf:

  • Chocolate Cookies
  • selbstgemachtes Sorbet von Erdbeeren
  • eine Art Zitronencreme Tarte

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Der Abend ging leider viel zu schnell zu Ende und trotzdem genossen wir noch eine herrliche Auto-Heimfahrt mit Daisy und Ian durchs sommerliche, nächtliche New Yorker Umland.

30. Woche

Von Elke

07-22-01
Bereits seit Tagen bilde ich mir eine hellblaue Handtasche ein und wo könnte frau besser danach fahnden als im Century 21 Deparment Store?

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Zugegeben: in diesem Durcheinander ist es schwer, das Gewünschte zu finden, und dennoch oder gerade deshalb macht das Stöbern hier ganz besonders viel Spaß. Namhafte Designerware wird hier zu Tiefstpreisen dargeboten. Wer ein bisschen Zeit mitbringt, kann ein echtes Schnäppchen nach Hause tragen. Und schließlich fand ich tatsächlich eine Tasche, die mir gefiel und doch kein Preisschild trug. Also setzte ich mir eine bestimmte Summe, die ich bereit war, auszugeben und fragte eine der Kassiererinnen: “It’s seven fifty”. Okay, dann nehme ich diese Tasche! “Nothing can beat seven Dollar fifty” – und das ist auch meine Meinung! Dieser Preis ist wirklich nahezu unschlagbar.

Glücklich spaziere ich mit meiner Tasche in der Tasche in der einen Hand, und mit Oliver an der anderen, aus dem Shoppingparadies hin zum großen Platz zwischen den World Trade Center Türmen und gemeinsam lauschen wir der Salsa-Band, die da gerade aufspielt.

07-23-01
Nach bald vier Monaten im Land der Junkfood-, TV- und Fitness-Süchtigen hat es auch mich erwischt. Immerhin das Gesündeste “Übel” von den Dreien! Und so schalte ich jeden Morgen um 7:30h die Glotze ein und lasse mich von meiner persönlichen Trainerin Denise Austin fit, gelenkig, schlanker, schöner, schlauer und was sonst noch machen. Natürlich gibt es nicht nur diese zweimal halbstündige Sendung, sondern auch Videos, DVDs, Bücher und natürlich eine Website.

Und als ob das alles noch nicht reichen würde, macht Denise selbstverständlich auch Werbung für Florida Grapefruitsaft und ihre Anti-Cellulite-Behandlung: “We exercise, we eat healthy and still we have celulite, but there’s hope…” – Na ja, das muss ich ja nicht mitmachen, aber ihre Übungen machen richtig Spaß und tun gut. Außerdem spricht Denise motivierende Worte und macht schlichtweg fit für den ganzen Tag.

07-24-01
Heute gibt’s gleich drei Termine:

Wohnungsbesichtigung
Job-Interview mit einem Recruiter
Party mit anderen Auswanderern
1. Die Eingangshalle mit Doorman lässt trotz heftiger Umbauarbeiten nur Gutes erahnen und der im selben Haus befindliche J&R Eletkro-Shop spielt ungeniert den großen Verführer. Tapfer machen wir uns in den elften Stock auf, nur damit es uns sogleich den Atem verschlägt. Wow! Schön haben es die Maklerinnen hier, aber wir können uns das sicher nicht leisten. Für uns bleibt sicher nur der Blick auf den Hinterhof übrig!

Nachdem wir die Auskunftsformulare vollständig ausgefüllt haben, kann es los gehen. Wir werden von Susan, der Managerin des Ganzen, persönlich herumgeführt und landen zuerst in einem einfachen Studio. Doch Oh! Schreck! Kein Blick in den Innenhof sondern auf die gegenüberliegende, zum eigenen Haus gelegene Häuserwand. Ist das alles, was wir für unser Geld erwarten dürfen? Wir versuchen es erst mal vorsichtig und meinen, dass wir uns “etwas anderes” vorgestellt hätten.

Also führt uns Susan in ein Apartment mit elend langem Gang (länger als die uns bekannten 10 Meter!) und etwas mehr Ausblick, doch noch immer ist die gegenüberliegende Häuserfront das bestimmende Element. “We would like to have a little bit more view.” versuchen wir es erneut, diesmal schon mutiger geworden. Susan erwidert daraufhin, dass sie glaubte, ein “mehr” würde unser Budget nicht zulassen. Wir können sie aber glücklicherweise davon überzeugen, dass die von uns genannte Grenze nicht die absolute, sondern nur eine Schmerzgrenze darstellt. Also zeigt sie uns ein One-Bedroom mit VIEW! Ja! Das ist es – so was hatten wir uns vorgestellt:

Ein kleines Schlafzimmer, ein großes Wohnzimmer mit separater Küche, die aber mit Hilfe einer Durchreiche mit dem Livingroom verbunden ist, sowie einem Bad. Schön. Hier gefällt es uns sehr gut, wenngleich das Apartment doch ein wenig größer sein dürfte.

Also zeigt uns Susan noch eines – und DAS gefällt uns unheimlich gut. Das ist es nun wirklich! Beseelt ziehen wir wieder von dannen und trauen uns gar nicht so richtig uns zu freuen. Nein, nein, wir haben da doch eh keine Chance. Jeder spricht doch immer davon, wie schwierig es ist in New York eine Wohnung zu finden. Als AusländerInnen ohne Credit History können wir ja noch nicht mal einen Handy-Vertrag abschließen. Wie sollen wir dann eine Wohnung bekommen? Unmöglich! Oder?

2. Nach diesem herrlichen Erlebnis, traf ich mich mit einer Art Recruiter, den ich auf der PC Expo kennengelernt hatte. Auch wenn dieses Treffen bisher nichts ergeben hat, war es dennoch sehr interessant.

start-abroad

3. Den Abschluss eines höchst interessanten und aufwühlenden Tages bildete eine Party in einer Bayerischen Wirtschaft. Was? Eine bayerische Gaststätte mitten im East Village? Nun, da es ein Freibier gibt und wir nach wie vor gerne neue Menschen kennen lernen, machen wir uns auf in die 8th Street, Ecke Avenue C und staunen nicht schlecht, als wir beim “Zum Schneider” ankommen. Hier ist’s echt zünftig! Und wir können zwischen verschiedenen Bieren wie beispielsweise Spaten, Weihenstephaner, Paulaner und Schneider Weisse wählen. Hm – lecker und ganz schön stark so ein Schneider Weisse im übrigens Original-Weißbierglas. Dass dieses bayerische Schmankerl mit sieben Dollar tief in den Geldbeutel greift, tut der Stimmung erst mal keinen Abbruch. Die Initiatoren der Party sind zwei Brüder aus Deutschland, die sich schon länger in New York aufhalten und hier diverse Internet-Businesses betreiben: eine Seite für Auswanderer und eine Event-Seite.

Als die Party ihren Höhepunkt erreicht, verlassen wir die gastliche Stätte und treten den Heimweg an.

07-25-01
Bisher haben wir um die vielen Starbucks, die die kleinen kuscheligen Cafés vertrieben haben, immer einen großen Bogen gemacht, doch gibt es natürlich immer ein erstes Mal. Bei meinem ersten Date mit Doris schlürfe ich einen ungesüßten Eistee im Starbucks am Astorplatz. Ein herrlicher Ort, um sich angeregt zu unterhalten und besser kennen zulernen.

Als ich Doris noch nach Hause begleite, staune ich nicht schlecht, wie schön man in New York wohnen kann. Nein, nicht die fantastische Lage und der Schnitt der Wohnung allein, sondern die geschmackvolle Einrichtung laden zum Verweilen ein.

Zurück in der Wirklichkeit kämpfe ich mit einer Luftfeuchtigkeit von 97%, gegen die unser kleiner Ventilator natürlich nichts bewirken kann. Aber so eine natürliche Sauna ist bestimmt gar nicht einmal ungesund…

07-26-01
Das Aufregendste an diesem Tag ist das Webgrrls Meeting. Drei E-Commerce-Gründerinnen berichten: Courtney Pulitzer davon, wie sie ihre Parties “Cocktail with Courtney” ins Leben gerufen hat. Syl Tang wie sie ihren Städteübergreifenden Hipguide gegründet und Dany Levy wie sie auf “Daily Candy” kam. Befremdlich war die Ernüchterung der drei Ladies darüber, dass sie jetzt im Gegensatz zu den beiden vergangen Internet-Boom-Jahren arbeiten müssten. So etwas aber auch! Kommen die Aufträge nicht mehr in den Schoß gefallen?! In der Hoffnung, dass die nächsten Webgrrls Meetings wieder interessanter sind, verlasse ich gemeinsam mit Victoria und Sonia den Ort des Geschehens.

07-27-01
Wir wollen ins Kino! Gleich mit vorne dabei sein und mitreden können. Also machen wir uns auf zum Union Square, nur um dann festzustellen, dass es keine Karten mehr gibt. Das Witzige an der Situation war aber, dass wir just geradewegs in unseren New Yorker Freund Ian gerannt sind, den seine restlichen Freunde schon verschollen geglaubt hatten. Hier stand er nun in voller Blüte vor uns und im Besitz zweier Eintrittskarten…

07-28-01

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Ach! Was hatte uns die am Dienstag besichtigte Wohnung gut gefallen! Ob wir vielleicht doch eine Chance haben? Einen Versuch ist’s doch wert, oder? Warum sollen wir nicht die für den Kredit-Check notwendigen 60 Dollar einfach mal investieren und schauen, was dabei raus kommt? Wie heißt doch gleich dieses schöne Sprichwort? “Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.” Und steckt da nicht ein großes Korn Wahrheit drin? Tja, so ziehen wir uns adrett an: ich mit weißem Etui-Leinenkleid mit großen Blumen drauf und Oliver mit passendem weißen Leinenhemd und Blue Jeans. Ein schönes Paar!

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Unsere übliche Route spazieren wir Downtown, kehren im Staples ein, um Kopien zu machen und all unsere Unterlagen in eine schöne Mappe zu stecken. Draußen auf der Straße, genauer gesagt auf dem Broadway Ecke Park Row, werfen wir wieder einen Blick auf unser Traumhaus und betreten dann das Landmark Building, wo wir von einem Doorman freundlich begrüßt werden.

Wir fahren in den 11. Stock und treffen dort auf Susan’s Mitarbeiterinnen, die uns erst mal einen Platz anbieten. Glücklicherweise kommt Susan bald, sieht uns, begrüßt uns supernett und empfiehlt uns dann einer ihrer Maklerinnen. Wir erzählen unsere Geschichte, dass wir schon mal da waren, uns sehr für die Apartments interessieren und uns momentan nicht entscheiden können, welches wir wollen. Gemeinsam mit Cindy – wir nennen sie jetzt mal so – besichtigen wir das 1 Bedroom mit der Bar-Kitchen. Schön! Anschließend führt sie uns in “my absolutely favorite aparment” und JA! das ist es. Hier wollen wir wohnen. Wir sehen uns um, entdecken drei eingebaute Kleiderschränke, ein komplett neu-renoviertes Marble-Bath, und eine geräumige, geschmackvolle, offene Küche. Als wir uns ganz sicher sind, dass wir dieses Apartment gerne mieten würden, gehen wir mit Cindy wieder hinunter in den elften Stock und füllen die notwendigen Papiere aus, die uns unserem Ziel – hoffentlich! – ein Stück weit näher bringen. Die ausgefüllten Schriftstücke überreichen wir Susan und sie strahlt Zuversichtlichkeit aus.

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Beschwingt verlassen wir unser womöglich zukünftiges Wohnhaus und erkunden die Nachbarschaft.

Am Abend dann laufen wir wieder zum Union Square, nur um unsere Sitzplätze und auch alle anderen Sessel des Movietheaters besetzt vorzufinden. So hatten wir uns das nicht vorgestellt. Nach einer längeren Auseinandersetzung mit mehreren Verantwortlichen, befinden wir uns schließlich doch irgendwann in einem Kinosaal, in dem “Planet of the Apes” halt eine Stunde später beginnt. Und eigentlich hätten wir uns dieses Erlebnis sowieso ganz sparen können. Auch wenn die atmosphärische Umsetzung großartig geraten ist, so bleibt die ganze Story doch sonderlich obskur und bisweilen sogar langweilig. Da kann auch der von mir durchaus verehrte Mark Wahlberg nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Film nur dürftig ist. Einige sagen “Meisterpiece” doch einige schlichtweg nur “Crap” und wir schließen uns der letztgenannten Gruppe der Kinogänger an. P.S. Die Website ist aber nichtsdestotrotz einen Besuch wert und der kostet auch keine zehn Dollar. Your opinion rules!

28. Woche

Von Elke

Sonntag, 8. Juli
Warum nicht mal wieder in ein Lokal gehen und dort einer Band lauschen? Irgendeiner Band? Womöglich einer Schülerband? Besser nicht! Also lieber erst mal checken!

OKAY – es gibt tatsächlich einen Laden, der What oder whatsoever mit Fragezeichen heißt! Und so pilgern Oliver und ich an diesem Sonntagabend ins “Café Wha?”: über die Houston drüber, die Bowery in die Dritte entlang, abgebogen in die zweite und so lange gelaufen, bis wir irgendwann in der Mac Dougal Street angekommen sind. Hoppla, hier waren wir doch schon mal?!

Damals, als wir mit Brigitte, Richard, Ian, Renee, Wally und Ken eigentlich ins “Smalls” wollten?! Nun gut, da wir neu in dieser Stadt sind und uns dieser Laden von Natascha ausdrücklich empfohlen wurde, wagen wir uns in den Keller. Unsere neue Freundin sitzt bereits an einem der Tische nahe der kleinen Bühne. Wir gesellen uns dazu und der Abend nimmt sogleich einen amüsanten und kurzweiligen Verlauf.

Irgendwann beginnt die mehrköpfige Band loszulegen und ein farbiger Sänger gibt sein Grammy-Repertoire zum Besten. Wir sind begeistert! Das Ganze beginnt ja sehr viel versprechend und reißt erst mal auch nicht ab. Einer der drei Gitarristen gibt nach und nach ein Solo. Die beiden Bassisten nicht ausgelassen, geschweige denn die beiden Keyboard-Spieler. Jeder für sich vertritt eine andere Sparte und dennoch harmonieren alle 12 und bilden gemeinsam eine BAND! Sehr ungewöhnlich und sehr außergewöhnlich das Ganze!

Montag, 9. Juli
Weshalb nur nimmt alles Schöne ein Ende? Immerhin gab es eine Verlängerung: offiziell war mein vierwöchiger Workshop bereits vergangene Woche vorbei, aber es wurde noch ein fünfter Abend dran gehängt, da es viel Terminverschiebungen und damit verbundenen Ärger gab. Heute also sollte die Abschiedsparty stattfinden. Anscheinend hat das Wort “Party” im Deutschen eine grundlegend andere Bedeutung, denn die Party für etwa 50 weibliche Gäste bestand aus zwei grünen Salaten, bloßem Baguette und stillem Wasser. Auch wurde nicht etwa nach den Vorträgen das Buffet gestürmt und die Getränkeauswahl genossen, sondern währenddessen. Na dann Prost!

Immerhin ging heute ein sehr erfolgreicher Workshop zu Ende, bei dem ich nicht nur die ehemalige Präsidentin von Sixdegrees.com (Randy Epstein, heute www.myredshoes.com), eine der beiden Kursleiterinnen, kennen gelernt habe, sondern auch viele weitere interessante Frauen.

Dienstag, 10. Juli
Wieso nur musste Mr. Mak sein Geschäft schließen? Weiß er denn gar nicht, wie viel Manhattanites nun hungrig umherirren und sich durch die verschiedensten Varianten von Oberst-Leutnant über Oberst bis hin zum General Tso essen? Wenn sie den General doch nur wieder entdecken würden!

Heute jedenfalls haben wir ihn nicht gefunden. Nach dem schrecklichen Erlebnis im Lucky Restaurant vorsichtig geworden, testeten wir ein Restaurant um die Ecke in der Allen Street. Oliver bestellte seinen geliebten Tso und ich ließ es bei asiatischem Gemüse bewenden. Nicht nur, dass dieses Essen für Take-Away-Asiaten recht teuer war, es schmeckte auch nicht sonderlich gut. Immerhin bekam es uns im Gegensatz zu Lucky’s Food besser. Aber es bleibt dabei: das Congee Village ist weder eine Empfehlung und erst recht kein Ersatz!

Mittwoch, 11. Juli
Wer kann Mr. Mak ersetzen? Das fragt sich wie so viele andere auch heute wieder Katie aus der Lolita. Da wir uns ja bereits aus der kleinen Weltstadt mit Herz in die andere Weltstadt mit noch mehr Herz gewagt haben, nehmen wir den Auftrag an, nach einem Ersatz zu fahnden.

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Und so machen wir uns auf den Weg in die Grand Street, aber nicht in Richtung Broadway, sondern in die entgegengesetzte Ecke. Dort gibt es Golden Forest.

Wir bestellen “den Tso” und ein Shrimp Curry. Die Verkäuferin nahm eine Plastiktüte, entfaltete eine braune Papiertüte, stellte die Papiertüte samt einen Boden in die Plastiktüte, gab zwei Faltkartons voll Reis hinein, und später folgte noch das warme Essen. Sie fragte, welche Soda wir gern hätten und vergaß auch die Fortune Cookies nicht. Das Ganze für die bei Mr. Mak üblichen elf Dollar irgendwas.

Sollte das etwa bedeuten, dass? Dürfen wir zu hoffen wagen, einen neuen Mr. Mak gefunden zu haben?

Mit großen Schritten und klopfenden Herzen treten wir den Heimweg an. Der kleiner Hocker als Tisch gedeckt und das chinesische Essen zelebriert!

Hmmm – ja! Das ist General Tso – so wollen wir ihn haben. Und das Curry erst…

Wir sind glücklich Mr. Mak, der für uns jetzt Golden Forest heißt, wieder zu haben.

Donnerstag, 12. Juli

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Was spricht eigentlich dagegen, liebgewonnene Gewohnheiten, beizubehalten? Soll man nicht die Feste feiern wie sie fallen – oder “work hard, party hard” wie die Amerikaner und Max Cartellieri (ciao.com) sagen? Der dritte Paycheck ist auf dem Konto und wir wollen auch dieses dritte, schnuckelige Stück Papier mit den Dollarzeichen herzlich willkommen heißen!

Also brechen wir ins East Village auf und landen schließlich nahe der Houstonstreet, in der Avenue A in einem karibischen Lokal namens “Mekka”. Wir genießen “Crabcakes”, “Salat mit gegrillter Hähnchenbrust, Ananas und Himbeerdressing” sowie “Spicy half Chicken mit Süßkartoffeln”. Alles ist sehr lecker, gar nicht teuer und wird von einer schwarzen Schönheit serviert. Wer preiswert, karibisch essen möchte, der ist hier gut aufgehoben. Ein bisschen störend empfanden wir den Lärmpegel, doch drifte ich hier bereits in unseren Guide der NYC Ausgehtipps ab.

Freitag 13. Juli
Wann waren wir das letzte Mal im Kino?

Und ist Freitag nicht Kinotag? Nein, günstiger ist das Kino am letzten Werktag der Woche nicht, doch laufen da immer die neuen Filme an. Der, den wir uns ausgesucht haben, läuft aber schon ein bisschen länger. Ich gehe auch eher widerwillig mit, doch weiß ich ja bereits, in welche(n) Film(e) mich Oliver im Herbst begleiten wird (muss). Und so schauen wir gebannt der durchaus attraktiven Angelina Jolie zu, wie sie als leibhaftig gewordene Adventuregame Figur gefährliche Abenteuer besteht. Leider sind die zu bestehenden Herausforderungen weder besonders interessant noch besonders herausfordernd, doch alles in allem macht die wunderschön Oxford-Englisch sprechende Angelina Jolie alias Lara Croft ihre Sache sehr gut und die Filmproduzenten haben auch ein Einsehen mit den ZuschauerInnen und halten das Spektakel angenehm kurz.

Samstag 14. Juli

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Wo genossen wir unser letztes Picknick? Und hatten wir überhaupt schon jemals eines im Central Park veranstaltet? Nein? So traf es sich gut, dass wir eine kleine “Website Redaktionskonferenz” abhalten wollen und diese lässt sich am Besten im Freien einberufen.

Also fahren wir mit der Subway bis zur 52nd Street und erwerben bei “Klein Delikatessen” ein paar leckere Kleingikeiten und in einem Liquorshop noch den fehlenden Montepulciano.

Auf der Sheep Madow angelangt, legten wir unsere grünen Stranddecken aus, packten die Weingläser mitsamt mitgebrachter Arbeit aus und ließen es uns ein paar Stunden mit anregenden Gedankengängen und Gesprächen gut gehen. Das Ergebnis gibt es zwar leider trotz gesetzter Deadlines noch nicht zu sehen, aber es kommt. Versprochen!

Nach getaner Arbeit und geleerter Flasche spazieren wir ein wenig durch den Park, lauschen einem Sommerkonzert, spazieren zu PJ Carney’s, liefen weiter bis zu “Bandito” im East Village und dann nach “Hause” in die Lolita um diesen wunderschönen Tag noch angemessen zu beenden.

26. Woche 2001

Von Elke

So 06/ 24 – Noch drei Tage
Der Schock des Tages: Mr. Mak macht zu!

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Wir wurden nicht müde, “General Tso’s Chicken” oder “Hot Orange Chicken” bei unserem Lieblingsasiaten zu bestellen. Die freundliche Besitzerin tat Reis in zwei Pappkartons, wie man sie aus vielen amerikanischen Filmen her kennt, derweil ihr Mann das Huhn in Windeseile zubereitete. Wenn sie mit dem Reis fertig war, entfaltete sie eine große braune Papptüte, legte einen festen Pappboden hinein und stellte diese Papiertüte in eine Plastiktüte. Hinein kamen die beiden Reispakete, zwei Plastikgabeln, Servietten, Sojasauce, Hotsauce, Hot Mustard Sauce sowie ein Free Soda. Die Besitzerin wusste, dass wir gerne Coke Light tranken, auch musste sie unsere Leidenschaft für Fortune Cookies geahnt haben, da sie nie vergaß, uns auch davon zwei in die Tüte zu packen. Zuletzt gesellten sich die beiden Huhngerichte, ein large und ein small, zu den anderen Dingen in der Tüte. Das Ganze kostete stets so um die 11 Dollar und wurde von einem Extra-Lächeln begleitet.

Das alles soll jetzt zu Ende sein? Das Ende von General Tso wie wir ihn kennen?

Zwar meinte Ms. Mak, dass in etwa zwei Wochen, ein neuer Asiate denselben Laden wieder aufmachen würde, aber werden die neuen Besitzer uns mit der gleichen Sorgfalt und Freundlichkeit begegnen? Was tun, falls die Gerichte beim Neuen nicht schmecken oder für Nicht-Asiaten schlichtweg ungeeignet sind? Dass dies der Fall sein kann, sollten wir bald erleben…

Mo 06/ 25 – Noch zwei Tage
Die Seltsamkeit des Tages:
urplötzlich stehen vor dem Shop des Tenement Museums drei riesige LKWs mit allerlei Gerümpel. Warum in alles in der Welt verlässt der Shop diesen Laden? Zieht er in das richtige Museum neben uns um? Und warum meint jemand, mit alten Flohmarktgerümpel mehr Geld machen zu können? Immerhin verstehen diejenigen, die hier am Werk sind, ihr Geschäft, denn im Eiltempo, als ob es einen Preis zu gewinnen gäbe, ist die ursprüngliche Shop-Beschriftung von einer neuen überdeckt und in den Auslagen stapeln sich nun alte Gitarren, Trompeten, Zieharmonikas, Nachttöpfe, Blechdosen und ähnliches.

Wie lange sich dieses seltsame Geschäft wohl halten wird? Noch am selben Abend sind die zwei Lastwägen wieder verschwunden und alles geht wieder seinen gewohnten Gang. Schade ist’s um das schöne Museumsgeschäft!

Di 06/ 26 – Noch ein Tag
Die Seltsamkeit des Tages:
seit wir hier wohnen, blicken wir auf eine Baustelle. Das gegenüberliegende Haus wird von Grund auf renoviert und zum Fußgängerweg hin sichert ein wuchtiger Bretterverschlag die Bauarbeiten ab. Doch welchen Sinn macht es, im laufenden Baustellenbetrieb einen vormals grauen Bretterverschlag grün zu streichen? Wir können uns dieses merkwürdige Vorgehen nicht erklären, doch werden auch diese Arbeiten, wie schon die im Tenenement Museum vom Vortag, superschnell und präzise ausgeführt. Wir sollten uns die Adresse dieses Services geben lassen, vielleicht braucht man den mal…

Das eigentliche Ereignis des heutigen Tages stellt für mich jedoch die PC Expo dar. Bereits im Vorfeld habe ich mir auf der Website eine Presse-Akreditierung organisiert und erfreue mich an den Annehmlichkeiten des Presse-Centers wie kostenlose Softdrinks, Telefon, Fax, Pressemappen und fantastischem Ausblick auf den Hudson River. Auch treffe ich ein aus dem Workshop bekanntes Webgrrl und fühle mich ganz heimisch.

Mi 06/ 27 – Today’s the DAY
Auch an diesem Tag begegnen uns wieder sonderbare Dinge, doch ist man in Manhattan ja an allerhand gewöhnt. Nun wird die Orchard- und Delancystreet plötlich von fünf Kränen gesäumt, an deren Enden sich Scheinwerfer befinden. Aha! Da wird wohl bald irgendwo irgendetwas gedreht werden. Lassen wir uns doch mal überraschen…

madison-square-garden

Doch ansonsten ist der heutige Tag definitiv nur einem Ereignis gewidmet: Depeche Mode sind in der Stadt! Und wir haben Tickets für das Konzert im Madison Square Garden! YEAH – wir sind dabei.

Wer sich für den Madison Square Garden interessiert, findet hier allerlei Wissenswertes und eine Skizze der Örtlichkeiten

Tickets für die auf Monate hin ausgebuchte Letterman Show konnten wir keine mehr ergattern, doch kann man immerhin einen virtuellen Einblick erhaschen.

Und von der Tour an sich existieren wohl viele, viele Profi-Fotos doch leider keine aus New York, obwohl die Jungs hier gleich zwei Tage das Stadion zum Toben brachten. Aber Tour-Fotos sind Tour-Fotos sind Tour-Fotos.

Da es die Band glücklicherweise nach mehr als zwei Jahrzehnten noch immer gibt und sie nicht bloß lediglich weiterhin existiert, sondern durchaus mit neuen musikalischen Impulsen aufwartet, konnten wir sie bereits einige Male in München erleben. Doch übertrifft ein Konzertbesuch im Madison Square Garden die Konzertbesuche in der Münchner Olympia-Halle bei weitem. Noch größere Halle, noch mehr Zuschauer, noch zahlreichere Fans, noch stimmgewaltigeres Gemeinschaftskaraoke, schlichtweg ein MEHR an allem.

Was gibt es überhaupt über ein Konzert der Superlative zu schreiben? Kleingeistige Kritik verbietet sich wohl von selbst, auch fällt es mir als erklärtem Fan schwer, selbige zu üben. Der Abend war einfach fantastisch! So begnüge ich mich damit, die Playlist wiederzugeben, so wie Oliver und mir die Songs im Gedächtnis geblieben waren.

Trotzdem muss eines noch erwähnt werden, auch wenn es bei einer Band wie Depeche Mode im Gegensatz zu vielen anderen Pop-Bands Nebensache ist: Dave ist so sexy wie nie! Wie kaum einer anderer schwingt er seine Hüften und rockt, was das Zeug hält. Da drängt sich der Vergleich mit einer anderen Rock-Legende auf. Ähnlich wie diese hat auch Dave schlimmsten Drogenmissbrauch durchlitten, doch Gottlob überlebt. Schon zur Singles-Tour konnte er das Publikum von seiner Genesung überzeugen, doch erst jetzt zeigt er, was noch immer in ihm steckt.

Alle Songs wurden mit viel Liebe zum Detail, zum Teil mit zwei Background-Sängerinnen vorgetragen. Martin gab aber diesmal nur zwei Stücke zum Besten und überließ die Bühne weitestgehend Dave, der sie zu nutzen wusste. Nach zweieinhalb fantastischen Stunden ist ein wundervoller Konzertabend zu Ende und wir gehen wie so viele andere mit uns, erfüllt und glücklich nach Hause.

Setlist der Songs

The Dead of Night
Halo
Walking in My Shoes
Clean
When the Body Speaks
Breathe
Dream On (Mit tollem Schwarz-Weiß Video, in dem Dave ganz alleine am Thresen eines Diners sitzt und versucht mit der Kellnerin zu flirten. Als später Martin und Andrew sich dazugesellen, entspinnt sich zwischen den dreien eine muntere Unterhaltung und sie verlassen das Lokal. Dave bleibt allein zurück.)
It’s no good
Enjoy the Silence
I Feel You
In Your Room
Personal Jesus
I Feel Loved
The Bottom Line
Black Celebration
Home
Never let me down again

Do 06/ 28 – Und Action!

webgrrls
Auch heute wieder besuche ich die PC Expo, doch nicht nur um Kontakte zu knüpfen und mich über Neuigkeiten in der Branche zu informieren, sondern auch um ein paar Stunden am Stand der NYC Webgrrls mitzuhelfen.

Am Abend ziehen Oliver und ich los, um den zweiten Dollar-Paycheck zu feiern. Wir beginnen unsere kleine private Feier mit einem Drink in der Lolita und genießen die kühlende Aircondition. Draußen ist es brütend heiß. Auch scheint plötzlich das Geheimnis der Scheinwerfer gelüftet zu werden: ein frischgeputztes, formschönes New Yorker Taxi wird da soeben von seiner schwarzen Stoffschutzhülle befreit und fährt vor der Lolita Bar auf und ab. Na ja, ist halt mal wieder eine Werbefilmproduktion, wie so viele andere in New York.

Wir ziehen los in die Essexstreet und werden etwa eines Dutzend Trucks gewahr, die allesamt Film-Equipment transportieren. Ganz schön aufwändig! Wir kümmern uns aber nicht weiter darum, sondern steuern einem neu eröffneten Lokal zu. Hier trifft die asiatische auf die europäische Küche und heraus kommen exquisite Genüsse in spartanisch-meditativem Ambiente zu südamerikanischen Klängen. Dem SX137 muss man mit Sicherheit mehr als nur einen Besuch abstatten!

Wir gönnten uns folgende Tapas, die in angemessen kleinen Portionen nach und nach auf unser Tischchen gestellt wurden.

Grilled Serrano Ham & Wisconsin Cheddar Cheese Sandwich with Tomatoe Soup
Ginger Marinated Chicken Satays
Thin Crusted Pizza, Maytog Blue Cheese, Pine Nuts, Tomatoes & Arugula
Kebob of Soy Marinated Lamb Cubes
Southern BBQ Baby Black Rips
Summer Roll of Poached Shrimp
French Fries with Grated Granno Cheese
Zu all diesen Speisen genossen wir einen Cabernet Sauvignon RH Philips, Dunningan Hills, California, 98.

orchard_by_night

Irgendwann machten wir uns wieder auf den Heimweg und staunten nicht schlecht, in einer taghell erleuchteten Orchardstreet anzukommen. An der Delancy stand ein Kran mit immens großen Lampen, im Haus mit der Baustelle hatten Beleuchter im obersten, fünften Stock Quartier bezogen und die ganze Szenerie wurde von Leuchtkränen an der Ecke zur Broomstreet abgegrenzt. Als wir die Haustür aufschlossen, sahen wir links neben uns ein gutes Dutzend PCs aufgereiht. Was das wohl für ein Werbefilmchen werden würde?

Nun doch neugierig geworden, sperrten wir das Gitter vor unserer Feuerleiter auf, setzten uns auf ihre Stufen und blickten auf die Straße hinüber zum Tenement Museum.

“Siehst du den gutaussehenden Schwarzen dort?”

“Ja. Er wird gerade noch geschminkt.”

“Ist das nicht?”

“Doch ist!”

“Will Smith!”

“Und der andere Typ, der da gerade aus dem Auto steigt, sieht aus wie Clint Eastwood.”

“Hm – ein Film, in dem Will Smith und Clint Eastwood spielen? Fällt mir jetzt keiner ein.”

“Mir auch nicht.”

“Sieht aber Clint Eastwood nicht eher wie Tommy Lee Jones aus?”

“Ja richtig!”

Beide: “Dann ist das Men in Black Zwei!”

Und richtig, die vor den PCs sitzende Film-Crew machten es sich in schwarzen Regie-Stühlen bequem, auf denen in weißen Lettern MIB2 stand.

WOW! Wir wohnen einer echten Hollywoodproduktion bei?! Schnell mal im Internet nachgeschaut, wer denn überhaupt der Regisseur ist und wie der aussieht. Aha, Barry Sonnenfeld. Okay, auch er war am Set gut zu erkennen, weil er Smith und Jones ein- und dieselbe Szene sieben Mal wiederholen ließ:

Smith kommt aus dem Tenement-Museums-Shop raus und geht auf Jones zu, der gerade dabei ist, einen schwarzen E-Klasse Mercedes aufzuschließen.
Beide unterhalten sich aufgeregt und tragen natürlich ihre unverkennbaren schwarzen Anzüge, was bei der Sommerhitze und dem Lichterglanz bestimmt kein Spaß war. Aber irgendwie müssen sich die horrenden Schauspielergagen ja rechtfertigen.
Wir hingegen saßen wie Statler und Waldorf aus der Muppet Show auf unserer Feuertreppe, tranken ein kühles Tsing-Tao-Bier und schauten gebannt der Filmerei zu. Sehr faszinierend das Ganze, aber mittlerweile zum Teil auch blanke Computertechnik. So erklärte sich nun auch, warum die Baustellenverkleidung grün gestrichen wurde. Alles Grün kann bei der späteren digitalen Bearbeitung herausgefiltert und durch andere Gegenstände, Bauwerke oder einfach Farben ersetzt werden.

Die Filmcrew machte noch bis fünf Uhr morgens weiter, unterstützt von vielen Lampen, die auch unser Zimmer wie am Tag erhellten. Dennoch genehmigten wir uns trotz allem ein paar Stunden mehr oder minder erholsamen Schlaf.

Fr 06/ 29 – Keine Atempause…

Die Baustelle behielt zwar ihren grünen Anstrich, doch ist im Museumsshop wieder selbiger untergebracht und er sieht vertraut wie eh und je aus. Nichts Seltsames tut sich mehr in der Orchardstreet. Die Ruhe und Beschaulichkeit ist wiederhergestellt, wenn man mal von dem seltsamen Verhalten der beiden Hausmeister absieht, die unbedingt die Haustüre und im speziellen den Glasteil davon grau strichen. Warum das denn? Wir wissen es nicht!

Von der gestrigen Fusion-Kitchen animiert, wollte ich auch mal wieder kreativ sein und kaufte in meinem Lieblings-Asia-Shop in der Grandstreet ein Huhn und frische Linguini ähnliche Asia-Nudeln. Am Tag zuvor, hatte ich bei den Puertoricanern in der Essex-Street kleine rote Zwiebeln erstanden. Schließlich erwarb ich noch bei Estevez Gonzalez in der Broomstreet Tomaten und frisches Brot. All diese Zutaten sollten ein griechisches Stifado ergeben! Wie gesagt: Fusion Kitchen!

Sa 06/ 30 – …Geschichte wird gemacht

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Und wieder lacht die Sonne morgens in unser kleines Zimmer und treibt uns hinaus. Mal wieder nach Coney Island. Es schläft sich so schön am Strand, viel schöner, als auf den zwei ollen, alten übereinandergelegten Matratzen. Auch wenn ein Nickerchen am Strand von Coney Island gar nicht so einfach ist, bei diesen Menschenmassen.

Heute sind auch ganz besonders viele Leute unterwegs, da die Mermaid Parade zelebriert wird. Wir lassen diese an uns vorüberziehen und widmen uns stattdessen dem Dolce Vita am Strand. Später am Tag werden wir Mitglieder in der Wildlife Conservation Society. Diese klangvolle Umschreibung bezeichnet ein Ticket, das zwei Erwachsenen ein Jahr lang unbeschränkten Zutritt zu allen New Yorker Zoos gewährt.

Bereits auf unserer Hochzeitsreise wollte ich Mitglied werden und jetzt ist es endlich so weit.

aquarium

 

Nachdem wir den Mitgliedsbeitrag beglichen haben, genießen wir noch zwei unterhaltsame und lehrreiche Stunden im Aquarium. Da das Aquarium recht groß angelegt ist, kommen wir gar nicht dazu, alle Tiere zu besuchen. So verpassen wir beim heutigen Rundgang die Haie, die Delphine, die Walrösser und die Tiere im Streichelzoo. Doch werden wir mit Sicherheit bald wieder kommen…

Zum Abschluss noch die Sonderbarkeit der Woche: in Ermangelung von Mr. Mak, probierten wir “Lucky Restaurant” gegenüber der Estevez Grocery aus. An dieser Ecke trifft Südamerika auf China und wohingegen Estevez immerhin amerikanisch versteht, ist man bei “Lucky” völlig aufgeschmissen. Ja, die aus chinesischen Schriftzeichen weist eine amerikanische Übersetzung auf, doch versteht die im Lokal niemand. So zeigen wir auf die Nummern und warten eine kleine Ewigkeit, bis schließlich ein chinesischer Gast fragt, ob er helfen kann. Irgendwann halten wir eine Tüte mit zwei Schachteln aus aufgeschäumten Plastik in Händen. Reis gibt es auf Nachfragen dazu. Schon jetzt vermissen wir Mr. Mak unbeschreiblich. Doch als wir “General Tso” und “Hunan Chicken” auf der Feuerleiter verspeisen, bedauern wir sehr, bei “Glücklich” bestellt zu haben. Im Hunan Chicken tummeln sich Millionen von Erbsen sowie tiefgefrorenes Karottengemüse. Schließlich bekam Oliver nachts auch noch höllische Bauchschmerzen, was uns die Entscheidung gegen “Lucky” erleichtert. Wir werden weiter nach einem neuen Asia Take Away suchen müssen. Stay Tuned!